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Kleiner Ikea-Hack: Füße für Maximera-Trennstege

In unserer Küche gibt es eine wichtige Schublade, in der diverse schwere Töpfe auf ihren Einsatz warten. Diese Schublade hat ein Maximera-Innenleben von Ikea, und zwei extrem nervige Teile waren die Trennstege. Diese werden oben nur eingeclipst, und halten unten mit kleinen Gummi-Pads.

Für die niedrigen Stege ist diese Kombination aus Klemm-Spannung und Reibung ausreichend, bei den hohen Stegen wurden aber – vielleicht auch durch die schweren Töpfe – die Kräfte zu hoch, aus Haftreibung wurde Gleitreibung, und die Stege verstellten sich alle paar Schubladen-Bewegungen.20160528-IMG_0878

Zunächst habe ich die Stege nur an ihrer Oberseite mit Schrauben fixiert. Das verbesserte die Situation, machte sie aber noch nicht gut genug. An der Unterseite war es leider nicht möglich, direkt einfach eine Schraube durchzuschrauben, also suchte ich im Baumarkt nach etwas geeignetem. Fündig wurde ich nicht.

Also Plan B, 3D-Drucker anwerfen und was geeignetes selbst drucken. So entstand der Fuß für Maximera, hier auch als STL zum Download. Vielleicht nützt er ja jemandem.20160528-IMG_0876  20160528-IMG_0879

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„Liebster Blog“ Award

Constanin, stolzer Paleosoph, hat diesem Blog den „Liebster Blog“ Award verliehen. Herzlichen Dank! Hat mich echt gefreut, und ja, nachdem der Award jetzt schon einen Monat „abgehangen“ ist, schreibe ich auch darüber.

Bei der Gelegenheit eine Frage: Heißt es „der“ oder „das“ Blog, ist also ein Web-Log männlich oder sächlich? Ich tendiere eigentlich zur „Sache“, aber lasse mich gerne eines besseren belehren.

In dem Blog-Post, in dem er mir diesen Award verleiht, schreibt er bereits über die obskure Herkunft des Awards – und auch meine Google-Suche endete irgendwann Ende 2008 bei deuschsprachigen Blogs über diverse Themen. Der Initiator scheint das Bloggen aufgegeben zu haben, oder hat sich auf andere Art aus dem Staub gemacht.

Der Award ist an ein paar Bedingungen gebunden, die im Laufe der Zeit anscheinend immer wieder leichte Abwandlungen erlebt haben. Daher interpretiere ich sie recht frei.

  • Berichte über den Award. Was hiermit getan wurde.
  • Verlinke die [Blog(s)|Person(en)], die Dir den Award verliehen hat.
  • Verleihe den Award an [3|5|7] Personen, deren Blog unter [200|3000|wenige] Leser hat.

Oder vereinfacht: Der Award geht an sympatische kleine Blogs und man spricht darüber.

Somit waage ich einen Blick in meinen RSS-Reader und verleihe den Award an:

  • Otmanix für seine immer wieder interessanten und auch unterhaltsamen Einblicke in die IT. Sein Zweit-Blog, das Backup-Inferno, wartet auch schon auf Waldbrände.
  • sale e pepe von Gregor Longariva ist auch eines der feinen Blogs in der IT, welches ich immer wieder gerne lese.
  • Constantins anderen Blog: http://constantin.glez.de/
  • Michael Gottwalds Driwwergugge: Schöne Fotos, und zum Teil am Konzept meines Blogs mitschuldig.
  • In Saarbrücken macht seit einiger Zeit die Strickbombe die Stadt unsicher. Ich freu mich immer wieder, wenn ich ihre Werke entdecke!
  • Mein Bruder Roman bloggt in der Schweiz, über Fotographie und manches Abenteuer bei den Eidgenossen.

Viel Spass mit dem Award, und viel Spass mit den Blogs.

Juristerei

Musikunterricht 19% teurer?

Für die, die es noch nicht auf der Me, myself and I-Seite gelesen haben: Ich bin mit einer Musikerin verheiratet. Außerdem hat mein Sohn Musikunterricht. Und das führt zu einer gewissen Betroffenheit von einer gewissen Änderung im Steuerrecht.

Man könnte jetzt langatmig ausholen und die Änderung detailliert beschreiben. Man kann sie aber auch auf den Knackpunkt reduzieren: Privater Musikunterricht soll mehrwertsteuerpflichtig werden.

Der von privaten Tanzschulen und Ballettschulen übrigens auch.

Bislang war er das nicht. Die Begründung dafür ist einfach: Musikunterricht soll auch befähigen, den Beruf des Musikers auszuüben, und generell sind Angebote zur Berufsausbildung von der Mehrwertsteuer ausgenommen. Das hat letztlich auch etwas mit der Förderung von Bildung und Kultur zu tun, und ist seit vielen Jahren Bestandteil der Steuergesetzgebung.

Es führt unter anderem auch dazu, dass es einen regen Wettbewerb der Musiklehrer und Musikschulen gibt, und als Eltern ist man in der komfortablen Situation, aus einer Vielzahl an Angeboten auswählen zu können.

Nun soll für private Musiklehrer und andere Lehrende die Sache sich ändern, man soll Mehrwertsteuer zahlen. Das würde den Markt stark verzerren, denn staatliche oder öffentliche Musikschulen wären weiter von der Mehrwertsteuer befreit.

Vereinfacht würde es für Musikschüler bedeuten: Der Musikunterricht wird mindestens 19% teurer.

Natürlich gab es – im dicksten Sommerloch – einen Aufschrei der Musikpädagogen. Dem wurde mit einem „so war es doch gar nicht gemeint“ durch die Pressesprecher des Finanzministeriums begegnet. Doch hat dieser Pressesprecher die politische Bedeutung einer Blendgranate – er soll von irgendwas ablenken. Der Gesetzestext blieb unverändert.

Momentan läuft noch eine Petition gegen diese Gesetzesänderung. Ich rufe alle auf, sich an dieser Petition zu beteiligen! Herzlichen Dank!

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2012/_08/_01/Petition_26229.html

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Tempo 40

Liebe Programmierer der Straßenkarten, die in meinem Becker-Navigationssystem stecken,

ich habe vollstes Verständnis dafür. dass man mal einen kleinen Fehler machen kann. Auch habe ich Verständnis dafür, dass sich die Straßen manchmal schneller verändern, als man das Navigationssystem aktualisieren kann.

Wenn aber in den neusten abrufbaren Straßenkarten rund um Barcelona gefühlt einige hundert Kreisverkehre fehlen, ist das peinlich.

Noch peinlicher ist es aber, wenn eine enge, kurvenreiche Pass-Straße (die BV-5301) als Schnellstraße mit Tempolimit „90“ eingetragen wird, sodass das Navigationssystem diese bei Dunkelheit extrem schwierige Strecke als „einfach“ und „schnell“ einstuft.

Liebe Programmierer, wie wäre es mit einem Plausibilitätscheck für Geschwindigkeitsangaben? Wenn Anzahl Richtungswechsel mit mehr als 45 Grad pro Kilometer größer ist als 15, dann ist Tempo 90 unrealistisch…

Bin aber selbst dran schuld… Warum vertraue ich in einer fremden Umgebung auch einem Navigationssystem, welches mit aktuellem Kartenmaterial ausgestattet ist und bei dem ich eingestellt habe, es soll Schnellstraßen und Autobahnen bevorzugen?

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Perceived Quality

A friend of mine, Constantin, had made some quite interesting thoughts about „Quality vs. Popularity“. His thoughts led him to an interesting thesis: Quality and Popularity are contradictorily, there is a war between those extremes: Something wide spread and very popular cannot fulfill quality needs.

I not fully agree with his thesis, and therefor I wrote a comment. Unfortunately, his blog systems did not accept my comment – it has it reduced to the last paragraph of eight. So I asked him to delete this paragraph, and decided to write my own article in my blog.

Examples

As an example, he uses the Apple iPhone and Android phones. Using this example he comes to the conclusion: A popular product, used by most of the people, can’t be satisfy the quality needs of everyone (esp. not himself).

Well, I’m not sure whether his example is perfect: Both technologies are niche products in my opinion, designed to fit to the needs of people needing highly customizable mobile phones with many functions. The first is focused on people seeking a easy to use, stylish and trendy phone fitting well in their Apple-centric world, the second is focused on people seeking a flexible phone with many application from a somehow „open“ community. Both concepts have pros and cons I don’t want to pursuit now.

While writing this blog post, I searched for examples for popular high quality products. I found one in my trumpet gigbag: Have a look at two trumpets: The Getzen Eterna Trumpet and the Freebell Special Bb-Trumpet. Both are quality trumpets. But the Getzen has a quite impressive market share compared to the Freebell. So, is the Getzen Trumpet not as good as the Freebell? The Getzen and the Freebell are great, I love both of them. The Eterna is sold quite a longe time, its design is from the 1960s. But Freebell is not as widely known as Getzen, Freebell is way  smaler than Getzen and founded some years later.  So maybe this is a reason why Freebell is not as popular as Getzen.

But I’m sure you’ll be able to find someone who will dislike both trumpets and will have completely different quality needs. These needs will be satisfied by other products, and those products will be … different.

Niche Markets and Perceived Quality

So maybe Constantin’s findings are more about niche markets. He uses quite a few examples of high quality products, and most of them are typical niche products. Most markets today have a kind of standard all products fulfill: A car can transport someone, an operating system allows you to run your computer and play solitaire, a cell phone can be used to make calls, write SMS and take photographs. And often, there are some products with those features (and a few more) as market leaders. Often these products can be seen as standard in the specific market.

Around those market leaders, there is a group of competitors, with their own products. Some of them simply copy the product of the market leader. Others try to specialize in a certain area of the market in build up their business in this area. Using differentiators and methods of customer retention (both customer loyalty and customer ligation), they try to catch customers in this niche, keeping them happy and satisfied.

As the niche products are focused on fewer, selected customers, they can be designed to  better satisfy the customer needs than the mainstream products or market leader products do. So these customers perceive these products – tailored to their needs – as perfectly fitting and in the perfect quality they need. That’s why Constantin prefers the iPhone: The iPhone concept fits his needs for a flexible and easy to use phone better than the Android concept.

But implies this a low quality of the other or the mainstream product? Well, it depends: In the eye of the niche customer, the quality of the mainstream product is lower, it is not as unflawed as the (special tailored) niche product. In the eyes of the mainstream customer, the niche product has not the needed qualities: It is to specialized, has to many not needed features, is to expensive…

If you’re going to extremes, you can completely replace the mainstream products by many niche products. Doing so all customers in these niche markets will perceive the quality of their products as great. Maybe that has already happened in the trumpet market, where very many different trumpets are offered, all with slightly different features.

Conclusion

So, to sum it up: Mainstream does not mean low quality. Mainstream means you get a standard feature set that has proven to fit for most customers. If good enough is still good, you can life with the standard. But if there are niche products around the mainstream, it’s possible and quite probable to find something better fitting to your needs.

(And now: You will find tons of literature about deciding in this situation in your favorite library, economics section. Check out publications about decision under uncertainty, niche markets,  customer retention, customer loyalty and exit costs.)

Krise 2.0

Krise 2.0

Wir haben eine Weltwirtschaftskrise. Die schlimmste seit [beliebige andere Krise einsetzten, die lange genug her ist, sodass sich kaum noch jemand richtig daran erinnern kann].

Mal ehrlich – ich denke, diese Krise ist wie noch keine andere von Medien bestimmt gewesen: Jedermann kann seinen Meinung in den Foren der Nachrichtensender oder Anne Will abgeben und wird dann zur Primetime zitiert, alle Nachrichtensender finden permanent Experten, aus einfachen Börsenpflichmitteilungen werden Hiobsbotschaften. Kommentare, Anmerkungen, Verweise – willkommen in der Krise 2.0

Wie das Web 2.0 lebt auch diese Krise vom Mitmachen. Jeder darf sich äußern (sogar ich ;-)), jeder darf schwarzmalen, und gewaltige Mengen an Meinungen bombardiert aus allen Schächten der Nachrichtensender die Menschheit.

Auffällig ist die Auswahl der Äußerungen – oder hat schon mal jemand bei Nordex nachgefragt? Die haben 2008 so viele Windturbinen wie noch nie verkauft. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Keine Kurzarbeit. Dort werden sogar Leute gesucht.

Liebe Börsianer: Wisst ihr noch, was das Wort „eingepreist“ bedeutet? Damit habt ihr grundlose Kursgewinne begründet: Wenn ein Unternehmen exzellente Geschäftszahlen vorgelegt hat, stieg der Kurs nicht mehr. Das mit den exzellenten Geschäftszahlen wusste der kluge Börsianer schon vorher, die waren daher schon eingepreist. So ist es doch auch mit den Hiobsbotschaften – ihr wisst doch schon heute, wie es den Banken und der Wirtschaft wirklich geht. Daher ist das schon längst eingepreist. Wieso reagiert ihr so hysterisch, wenn eine Firma irgendwelche Pflichmitteilungen macht? Nur weil Herr Gockel auf N24 seinem Namen alle Ehre macht und die Pflichmitteilung laut verkündet? Geh, bittschön…

Sonntag und Montag ein weiterer Akt: Ford lädt kurzfristig zu einer Pressekonferenz ein. Es seien für die Ford GmbH weitreichende Entscheidungen getroffen worden. Es geht um die Standorte Saarlouis und Köln. Solche Pressekonferenzen macht Ford öfter (immer vor anstehenden Modellwechseln, so jetzt für den Focus Ende 2010), und Ford muss diese vorher ankündigen.

Jetzt schlägt die Krise 2.0 zu: Die Medien zitieren zunächst mal bedrohlich klingende Fakten: Beide Werke haben bereits Kurzarbeit beantragt. Ford hat in den letzten Jahren riesige Verkaufszahleneinbrüche. (Ich vermisse den üblichen Hinweis auf die Produktpolitik, doch lassen wir das…) Die Medien bauschen auf: 8000 Arbeitsplätze in Saarlouis und mindestens genauso viele in Köln sind betroffen (gut, inklusive Zulieferpark). Die Lebensgrundlage von mindestens 64.000 Menschen ist in Gefahr (Mathematischer Einwand: 64.000 Menschen bedeutet, dass alle 16.000-Ford- und Zulieferer-Mitarbeiter alleinverdienende Familienmenschen mit zwei erwerbslosen Kindern sind). Warum hat niemand herausgefunden, dass Ford systemwichtig ist?

Das Ford-Werk in Köln hatte übrigens wegen der Absatzzahlen des Modells Fiesta den Kurzarbeitantrag zurückgezogen. Dort wird normal weitergearbeitet. Die Verkaufszahlen von Ford in Europa sind normal, in Deutschland haben die Modelle z.T. lange Lieferfristen.

Nun der Schock für die Presse: Ford hat keine Hiobsbotschaft. Keine Werksschließungen. Ford stärkt die beiden Standorte – statt zweier Nieschenmodelle werden in Saarlouis zukünftig alle Varianten des Volumenmodells Focus gebaut. Lohnerhöhungen werden wie geplant gezahlt. Business as usual.

Die Tagesthemen winken ab, kein Thema für einen Beitrag von mehr als 20 Sekunden. Hans Hermann Gockel erwähnt es auch nicht als Top-Thema. Die lokale Presse spricht schon mal von „Umstrukturierungen“ – das Wort hat wenigstens einen negativen Beigeschmack. Hey, eine weitere Chance für positive Berichterstattung vertan.
Statt dessen verfolgt man lieber Herrn zu Guttenberg bei GM. Doch der ist in einer anderen Zeitzone – daher gibt’s erst mal keine Statements. Keine Hiobsbotschaften. Mist.

Es mag ja sein, dass die Weltwirtschaft aktuell nicht wächst. Es mag auch sein, dass wir uns in einer Rezession befinden. Das ist aber ein normaler Teil eines Wirtschaftszyklus. Dass es wünscheswert ist, dass der Staat während einer Rezession investiert und den Konsum ankurbelt, steht auch fest. Nur bitte: Eine Rezession hat auch ein Ende. Es ist klar, dass man dann nicht mehr über die Wirtschaftskrise berichten kann.

Doch Ursache und Wirkung sind meiner Menung nach nicht ganz so klar. Teilweise wird man den Zusammenhang auch  umkehren können. Ich glaube zwar nicht, dass die Krise mediengemacht ist, doch ist ihre Omnipräsenz medienverschuldet. Und die Omnipräsenz führt zu einer Erwartungshaltung, dass es Werksschließungen und Hiobsbotschaften geben muss.

Man kommt erst wieder raus, wenn man auch daran glaubt. Also bitte, nutzen wir die Krise 2.0 mal umgekehrt. Stellen wir positive Entwicklungen in den Fokus. Ford und Nordex waren zwei Beispiele. Es gibt bestimmt noch jede Menge weitere.

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Referenzspannung „B“ zu gering

Seit letzer Woche weiss ich, dass mein Passat eine Referenzspannung „B“ in der Motorsteuerung hat. Vermutlich hat er auch eine Referenzspannung „A“. Ein freundlicher Servicetechniker weiss das jetzt übrigens auch. Vor der letzten Woche war auch ihm die Referenzspannung „B“ unbekannt.

Doch zur Vorgeschichte: Bei Tempo 160 auf der Autobahn beschloss das Meisterwerk der Ingenieurskunst, dass es einen Defekt am Motor habe, und daher dringend das Notlaufprogramm zu aktivieren sein. Die Leistung war sofort weg, Höchstgeschwindigkeit 80 und fallend. Gelbe Warnlampen blinkten, die Multifunktionsanweisung bat, eine Werkstatt aufzusuchen.

Mein Navi kannte zum Glück einen VW-Händler in 3km Entfernung, also dorthin. Auf dem Weg dorthin ging der Motor kurz aus. Anspringen fiel dem guten Stück schwer. Aber irgendwann ging es weiter.

Beim VW-Händler angekommen schaute ein netter Servicetechniker in den Fehlerspeicher des Wagens. Dort stand dann, das die Referenzspannung „B“ der Motorsteuerung zu gering sei. Damit konnte der Servicetechniker nichts anfangen. Auch der Fehlercode sagte weder ihm noch seinem Handbuch etwas.

Er bat mir an, den Wagen dort zu lassen und den Fehler langwierig zu suchen. Da ich das Auto kurzfristig brauchte, und er keinen Ersatzwagen hatte, bat ich ihn, den Fehlerspeicher zurückzusetzen, der Fehler würde ja bestimmt kurzfristig wieder auftauchen.

Er meinte, es sei kein Problem, mit dem Fehler einige Kilometer zu fahren und ihn, so der Fehler wieder auftauchen würde, eine andere Werkstatt aufzusuchen. Ich könne nichts kaputt machen, der Wagen würde sich vorher abschalten. Ich hätte nur das Risiko, liegen zu bleiben.

Der Wagen blieb seitdem nicht mehr mit dem Fehler liegen. Mein örtlicher VW-Händler war mit der Frage nach Referenzspannung „B“ überfragt. Sollte also jemand da draußen wissen, was sich hinter der Fehlernummer 538 021A „Referenzspannung „B“ zu gering“ verbirgt, bitte melden.

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Sicherung 41 (Fahrerseite)

Mein Passat Kombi hatte auf einmal keinen Strom mehr auf der 12V-Steckdose in der Mittelkonsole. Auf den ersten Blick ein trivialer Fehler: Ein Blick in’s Bordbuch, Sicherungsbelegung, und die Sicherung austauschen. Sollte die dann nochmal durchbrennen, sollte man nach einem ernsteren Fehler suchen.

Also Bordbuch in die Hand nehmen, im Teil 3 („Selbsthilfe“ oder so ähnlich) auf Seite 98 findet sich der Hinweis auf Sicherung 35 auf der Beifahrerseite. Ich öffne den Sicherungskasten durch Aufhebeln seiner Abdeckung. Der Platz 35 ist nicht belegt, nicht einmal Kabel führen zu dem Platz.

Was macht man also: Man fragt die VW-Hotline, welche im Handbuch vermerkt ist. Ich lande in einem technisch unversierten Callcenter, wo man mich wegen meiner anstehenden Reparatur an den nächsten VW-Händler verweist. Hallo? Anstehende Reparatur? Ich möchte wissen, wo die Sicherung der 12V-Steckdose ist! Ich habe keinen Bedarf nach einer stundenlangen Reparatur!

Nächster Anlaufpartner ist ein VW-Händler in Walldorf (ich war gerade im Büro). Ich warte 10 Minuten, dann schildere ich mein Problem dem netten Herrn an der Service-Annahme. Der starrt dann ca. 12 Minuten auf ein seinen Monitor und kommt zum Schluss, es sei die Sicherung 38 auf der Faherseite, eine 15A Sicherung. Er verkauft mir eine solche Sicherung, ich gehe zum Auto, öffne den Sicherungskasten: Der Platz 38 auf der Fahrerseite ist unbelegt. Alle 15A Sicherungen in beiden Kästen sind in einwandfreiem Zustand.

So langsam werde ich sauer. Ich gehe zurück in den Verkaufsraum, die nette Dame an der Information kann mir auch nicht helfen, der Herr von der Serviceannahme ist anscheinend beschäftigt und kann sich nicht um mich kümmern. (Nur in Klammern bemerke ich hier, dass ca. 10 Angestellte im Lager deutlich sichtbar vom Verkaufsraum aus mit dem Genuss von Schokolade und der Diskussion von Sportereignissen beschäftigt waren). Mittlerweile bin ich über eine dreiviertel Stunde bei dem VW-Händler, mein Problem ist nicht gelöst. Ich muss los, sonst verpasse ich den nächsten Termin.

Heute morgen dann der nächste Versuch bei einem saarbrücker VW-Händler. Dieser ist um einiges offener als sein walldorfer Kollege, gemeinsam schauen wir auf den Belegungsplan der Sicherungen im offiziellen Werkstatthandbuch von VW. Zunächst finden wir auch die 38 (15A) auf der Fahrerseite, allerdings versehen mit einem Hinweis, dass seit Baujahr April 2006 eine andere Belegung üblich sein. Soweit war wohl auch der Walldorfer Kollege gekommen, nur hatte er den Zusatz wohl nicht bemerkt. Oder sein Handbuch war nicht so aktuell…

Kurze Zeit später finden wir die Sicherung 41 (15A) auf der Fahrerseite, allerdings mit dem Hinweis, dass dies auch schon wieder geändert sei. Die 41 in 20A wird aktuell verbaut, und die war es dann.

Liebe Dokumentationsabteilung von VW: Wie wäre es mit aktueller Dokumentation solcher „Kleinigkeiten“ wie der Sicherungsbelegung im Handbuch? Das hat doch bislang immer funktioniert? Warum jetzt nicht mehr?

Außerdem gibt’s laut Handbuch im Sicherungskasten eine „Minizange“ zum Entnehmen von Sicherungen: Die fehlt in den neueren Modellen anscheinend häufiger.

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Vom bewegten Bild in Präsentationen

Es gibt sehr viele Regeln, die man beim Präsentieren beachten sollte. Legendär ist die 30/20/10-Regel (nicht unter 30 Punkte Schrift, maximal 20 Minuten, maximal 10 Folien), auch weil sie nicht immer angewendet werden sollte: Alec Muffet macht vor, das es auch ohne sie geht.

Mindestens ein Übel vergleichbaren Ausmaßes wie allgemeine Regeln sind hereinfliegende Texte, Punktlisten oder Folienüberblendeffekte von mehr als 2 Sekunden. Anscheinend wollen damit die Präsentatoren von sich selbst ablenken, und möchten die Augen des Auditoriums ganz auf die Folien bannen. Ablenkungsmanöver. Bei Seminaren an der Uni gab es übrigens eine recht erstaunliche Korrelation zwischen fachlicher Unfähigkeit und einfliegenden Punkt-Listen.

Aber warum sind diese ganzen Animationsgeschichten in Präsentationsprogramme eingebaut? Und warum gibt es Präsentationen, in denen mit Animationen gearbeitet wird, ohne dass sich der Zuhörer/Zuseher gelangweilt fühlt? Wann soll man also mit Bewegung, Animation und Bildeffekten arbeiten? Meiner Ansicht nach ganz einfach: Wenn es das Erfassen einer Veränderung erleichtert. Und wann nicht? Auch ganz einfach: Wenn man einen statischen Zustand beschreiben möchte.

Das klingt jetzt trivial, aber es hat sich für mich in den letzten Jahren als gangbarer Weg erwiesen: Wenn man einen Zustand beschreiben möchte, so beschreibt man diesen entweder mit Text, oder man zeichnet ein Bild davon. Es bringt nichts, den Text buchstabenweise einfliegen zu lassen. Und es bring auch nichts, ein komplettes Bild wild rotierend auf der Folie landen zu lassen.

Wenn man aber das Entstehen eines Zustandes, oder den Übergang zwischen zwei Zuständen beschreiben möchte, dann sollte man diesen dynamsichen Prozess auch als einen solchen darstellen. Dazu benutzt man entweder die vielfältigen Animationsfunktionen der Präsentationsprogramme, oder einen Stift und ein Whiteboard, ein Stück Kreide und eine Tafel, eine leere Folie und einen Overhead-Projektor, ein paar Buntstifte und ein Stück Papier…

Eine Kleinigkeit am Rande. Folien sollten der Unterstützung des Zuhörers dienen. Sie sind keine Notizzettel, die man dem Auditorium vorlesen sollte. Man kann sich von Stichwort zu Stichwort hangeln, aber die Tonspur muss einen Mehrwert darstellen. Folien dienen auch nicht als akademische Blendgranaten: Folien voller Text, den eh kein Mensch lesen kann, sollte man auch meiden…

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Sonnenaufgang mit Bobby Shew

Ich sitze gerade am Saarbrücker Flughafen, es ist 5:50 morgens.

„Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt.“

Werde ich tun. Vollständig bewölkter Himmel.

„Security Advise: Do not leave your baggae unattended.“

Im Osten geht die Sonne auf, zumindest sieht man einen gelben Fleck durch die Wolkendecke scheinen.

„Avis de sécurité: Ne laisser pas vos bagages sans surveillance.“

Schon lustig: Im Französischen ist das Gepäck immer im Plural. Das Deutsche bietet nicht mal einen solchen.

Um mich herum ein paar Geschäftsreisende, die nichts vom Lufthansa-Streik merken. Und hinter einer Glaswand eine gute Hundertschaft Mallorca-Touristen. Seit 10 Minuten stehen sie am Ausgang an, um in ihr Flugzeug zu kommen. Wie die Fische im Aquarium. Machen alle einen leicht depressiven Eindruck. Sie mussten wohl sehr früh da sein.
In diese melancholische Grundstimmung spielt aus den Ohrhörern meines Nokia E61i Bobby Shew. Das Stück heißt Insight. Irgendwie total bizzar, aber die ganze Szenerie wird dadurch ein wenig fröhlicher. Daher hier meine erste Hörempfehlung: Bobby Shew, Salsa Caliente. Ideal in leicht depressiven Situationen, das holt einen wieder raus.

So, 6:20. Boarding. Die Mallorca-Touristen stehen immer noch da. Könnte auch ein Grund für die depressive Grundhaltung jenseits der Glasscheibe sein.