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Schöner Flughafen

Schon wieder: Flug ausgefallen / JOG

Der n-te Artikel über das Fliegen: Daher gibt’s ab heute eine neue Kategorie: “Schöner Flughafen” – frei nach Douglas Adams. Immerhin lernt man so lustige Abkürzungen kennen.

Gestern war es ein AOG, Aircraft on Ground; welcher dann zu einem FIM (Flight Interruption Manifest) für mich führte.  Heute war WX (das Wetter) für ein HLDG (Holding, Warteschleifen) und dann ein CANC (Cancelled, Flug gestrichen) in SCN (Saarbrücken) verantwortlich. FG (Fog, Nebel) mit einer gefühlten Sichweite von weniger als 30m veranlasste die Piloten von LG 9720 (LG = Luxair) und LG 9721, ihren Fluggästen aus LUX (Luxembourg) Rundflüge über dem Saarland ohne Mehrpreis anzubieten, und dann die Landungen abzubrechen und direkt weitern nach HAM (Hamburg) und MUC (München) zu fliegen. Toll. JOG (Jan on Ground).

Am Schalter von Luxair war dann eine längere Schlange aufgebrachter Reisender. Der angebotene Ersatzflug war zu spät, also Termine absagen…

Irgendwie scheint momentan in der Teilmenge der Luftfahrt, die ich wahrnehme, viel nicht zu funktionieren. Außer die Abkürzungen, von denen ich heute sehr viel mitbekommen habe.


Flug ausgefallen…

Heute mal ein wirklich cooler Lichtblick in der angeblichen Servicewüste Deutschland: Mein Flug Hamburg-Saarbrücken mit Cirrus wurde gestrichen (keine Ahnung warum, war nicht herauszubekommen). Am Ticketschalter erklärte man mir erst, es gäbe nur die Möglichkeit, nach Frankurt zu fliegen und von dort dann mit “Ground Transportation” zum Saarbrücker Flughafen gebracht zu werden. Toller Ausflug, das sind rund 160-200km, 2:30 Stunden Verzögerung sind das mindestens wenn man mit dem Bus unterwegs ist.
Aber es kam besser: Ich wollte gerade neu einchecken, da ergreift der Agent am Check-in die Initiative und bucht mich auf Restkapazitäten des Luxairflug nach Luxemburg über Saarbrücken, nur 40 Minuten später als der ausgefallene Cirrus-Flug. Also nur 40 Minuten zu spät statt mehr als 2 Stunden. Das macht Freude! Vielen lieben Dank auch auf diesem Weg! Das war super Service!


Quantas hat jetzt auch einen…

Airbus A380. 450 Passagiere…

Interessant finde ich vor allem die Selbstbedienungsbar für die Economy-Class.

In Summe sind jetzt wohl schon sechs A380 für Singapore-Airlines in der Luft, einer fliegt für Emirates (mehr oder weniger) und einer für Quantas.


Lourdes

Das wird noch ein Flughafenblog. Heute flog ich mal wieder mit Air Berlin nach München. Diesmal sind hinter der Glasscheibe zum anderen Gate keine Mallorca-Touristen. Diesmal geht es nach Lourdes, und zwar in einem vergleichbar großen Vogel.
Es gibt schon erstaunliche Unterschiede zwischen den Leuten, die nach “Malle” fliegen, und den neuzeitlichen Hamburg-International-Pilgern. Während erstgenannte morgens eher depressiv wirken, singen die letztgenannten christliche Lieder (mehrstimmig!), um sich die Zeit zu vertreiben. Auch ist eine generelle freundlichere – teilweise fast schon mildtätige und gütige – Grundhaltung festzustellen. Und ich meine damit nicht jedes nervige Grinsen sehr volksfrommer Mitglieder der christlichen Kirchen.
So erklärte mir ein fröhlicher Benediktiner des Lourdes-Flug, für ihn sei das zwar eine Dienstreise, sozusagen in “eine Geschäftsstelle mit viel Publikumsverkehr”, doch sei es immer wieder lustig, wie viele Leute ohne Badarf eines Wunders nach Lourdes pilgern. Für diese sei es eine Art kurze Auszeit.
Als ich ihm von meiner Beobachtung mit den Mallorca-Touristen vor ein paar Wochen erzählte, meinte er: “Das ist der Unterschied. Die Leute hier entspannen sich bereits am Flughafen.”
Keine Ahnung ob dies mit dem Glauben zusammenhängt. Fakt war jedenfalls, dass Lourdespilger am Flughafen wesentlich entspannter wirken als Mallorca-Touristen, unter vergleichbaren Rahmenbedingungen.

(Eingestellt am 5.9, der Artikel entstand am 3.9. während des Fluges nach München.)


Heimflug verspätet

Berlin Tegel kenne ich jetzt sehr genau. Wegen des Lufthansastreiks waren meine Kollegen und ich ein wenig eher am Flughafen. Check in, boarding um 17:55. Also noch einen Spaziergang über den Flughafen und eine Currywurst.

Douglas Adams hat recht. Es gibt echt keinen Grund, warum es in irgendeiner Sprache dieser Welt das Sprichwort

so schön wie ein Flughafen

geben sollte. Die Einleitung des “Elektrischen Mönchs” hat er definitiv nach einem längeren Aufenthalt in Berlin Tegel geschrieben.

Dann, gegen 17:45 durch die Sicherheitskontrolle. Der Gesichsausdruck des Securitymitarbeiters liess nichts Gutes erahnen. “Gesonderte Sicherheitskontrolle”. Also werde ich wegen eines ferngesteuerten Hubschraubers “gefilzt”. Aber kein Sprengstoff, nur ein paar Batterien. Wahrscheinlich wurden ausser mir noch einige andere Sunnies gesondert überprüft – die Sicherheitsleute dürften nun alle Helis kennen…

Nach der Kontrolle das Gate suchen. Auf der Boardingcard stand C47, auf den Monitoren C42. An Gate C47 kam man nach Nürnberg. An Gate C42 konnte man nach Mailand boarden. Toll.  Irgendwann sollte es dann Gate C50 sein. Dort stand dann zwar  “Saarbrücken”, das Flugzeug wollte aber nach “Stuttgart”. Naja, immerhin stimmte der erste Buchstabe.

Dann die Durchsage: Der Abflug verzögert sich um 1 Stunde und 20 Minuten. Im Flugzeug erfährt man dann den Grund: Maschine ausgefallen und eine Ersatzmaschine musste einspringen, und das dauerte einen Moment.

Naja, jetzt sitze ich bei einer Manner-Waffel und einem warmen Orangensaft über einer sehr schönen, geschlossenen Wolkendecke.

Der Pilot sagte was von Thunderstorms über Saarbrücken. Wird spät heute.

[Eingestellt einige Stunden später.]


Sonnenaufgang mit Bobby Shew

Ich sitze gerade am Saarbrücker Flughafen, es ist 5:50 morgens.

“Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt.”

Werde ich tun. Vollständig bewölkter Himmel.

“Security Advise: Do not leave your baggae unattended.”

Im Osten geht die Sonne auf, zumindest sieht man einen gelben Fleck durch die Wolkendecke scheinen.

“Avis de sécurité: Ne laisser pas vos bagages sans surveillance.”

Schon lustig: Im Französischen ist das Gepäck immer im Plural. Das Deutsche bietet nicht mal einen solchen.

Um mich herum ein paar Geschäftsreisende, die nichts vom Lufthansa-Streik merken. Und hinter einer Glaswand eine gute Hundertschaft Mallorca-Touristen. Seit 10 Minuten stehen sie am Ausgang an, um in ihr Flugzeug zu kommen. Wie die Fische im Aquarium. Machen alle einen leicht depressiven Eindruck. Sie mussten wohl sehr früh da sein.
In diese melancholische Grundstimmung spielt aus den Ohrhörern meines Nokia E61i Bobby Shew. Das Stück heißt Insight. Irgendwie total bizzar, aber die ganze Szenerie wird dadurch ein wenig fröhlicher. Daher hier meine erste Hörempfehlung: Bobby Shew, Salsa Caliente. Ideal in leicht depressiven Situationen, das holt einen wieder raus.

So, 6:20. Boarding. Die Mallorca-Touristen stehen immer noch da. Könnte auch ein Grund für die depressive Grundhaltung jenseits der Glasscheibe sein.