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ICC: Cloud Computing in plain english

Ist nicht ganz meine Definition von Cloud Computing, aber ein erster Ansatz und außerdem echt witzig gemacht:


ICC: XaaS

Im Zusammenhang mit Cloud Computing werden immer wieder diverse „as a Service“-Begriffe genannt, um das Cloud-Computing-Angebot näher zu charakterisieren. Wichtig dabei ist: Nicht jedes XaaS-Angebot ist gleich ein Cloud-Computing-Angebot, doch lassen sich die gängien Cloud-Computing-Angebote in diese Kategorien einteilen. Gängig sind IaaS, PaaS, AaaS, SaaS, manchmal auch noch DaaS. Zu diesen vier Varianten wage ich ein paar Prognosen – mal schauen, ob sie zutreffen…

  • IaaS – Infrastructure as a Service. Zu Deutsch: Der Kunde erhält einen standardisierten Virtuellen Rechner, auf dem er machen kann, was er will. Er darf auf der Infrastrukur machen, was er möchte – was genau seine Infrastruktur jetzt aber bildet, ist Problem des Cloud-Anbieters. Das Angebot ist das technisch vielseitigste, gleichzeitig das für den Anbieter vermutlich einfachste. Generell ist hier mit geringen Preisen, aus Anbieterperspektive geringen Margen zu rechnen. Dafür muss der Kunde aber auch eine ganze Menge an Administration selbst übernehmen. Kurzfristig ist dies ein Wachstummarkt, in dem sich viele Player tummeln werden. Mittelfristig gibt es hier Konsolidierungen, und nur Anbieter, die mit geringen Margen und extremer Standardisierung arbeiten, werden überleben können. Langfristig rechne ich in diesem Segment mit einer extremen Standardisierung auch über Anbietergrenzen hinweg, die Anbieter werden austauschbar, einzige Alleinstellungsmerkmale werden Preis und Verfügbarkeit sein.
  • PaaS – Platform as a Service. Eher ein Angebot für Entwickler. Man bekommt eine Softwareplattform zum Entwickeln einer eigenen Software. Teil des Angebots sind also ein geeigneter Compiler und/oder Interpreter, geeignete Middleware, eventuell eine Datenbank und was man sonst so benötigt. Verborgen bleiben Hardware und OS. Der Betreiber erzeugt gegenüber IaaS einen gewissen Mehrwert, der allerdings nur für eine bestimmte Zielgruppe, in diesem Fall Entwickler, interessant ist. Diese Zielgruppe ist bereit, für den erbrachten Dienst mehr zu zahlen als die IaaS-Kunden, sind aber – was Verfügbarkeit und Sicherheit betrifft – anspruchsvoller. Kurzfristig rechne ich in diesem Bereich mit vielen, spezialisierten Anbietern. Mittelfristig werden diese sich konsolidieren, die Produkte werden aber weiterhin vielfältig sein. Langfristig werden sich mehr Anbieter als im IaaS-Segment halten, die aber Spezialisiten für einzelne Teilsegmente sind.
  • AaaS und SaaS –  Application as a Service und Software as a Service. Diese Anbieter gibt es bereits in größerer Stückzahl. Es sind Dienste wie Flickr, GoogleMail oder Adobe Online Photoshop, aber auch größere Sachen wie BusinessOne von SAP oder Salesforce.com. All diese Anbieter verkaufen eine Anwendung, die sie auf unbekannter Hardware, unbekanntem OS etc. betreiben. Der Kunde kann also die gesamte Systemadministration, meist auch Teile der Anwendungsadministration abtreten. Er muss sich nur noch um das Bedienen der Software kümmern. Mit diesem höheren Servicegrad durch den Anbieter wird meist auch die Abrechnung transparenter, da anstatt CPU-Sekunden beispielsweise für Kunden greifbarere Dinge wie Anzahl der Anwender etc. als Grundlage für die Preisfindung herangezogen werden. Kurzfristig sehe ich in diesem Marktsegment eine geradezu explosionsartige Vermehrung von solchen Angeboten, wobei sowohl private Anwender als auch große Unternehmen die Zielgruppe sein werden. Die Akzeptanz dieser Angebote am Markt wird sich schwierig gestalten: Kunden sollen plötzlich für Dinge regelmäßig zahlen, die sie bislang nur einmal bezahlen mussten (oder gar nur raubkopiert haben). Zudem wird es in verschiedenen Bereichen extreme Vorbehalte wegen Sicherheit und Privatsphäre geben. Bei einigen Anbietern wird es solche Vorfälle geben, was mittelfristig zu einer Konsolidierung, aber auch zum Verschwinden von Angeboten in diesem Markt führen wird. Langfristig werden sich meiner Ansicht nach nur Angebote halten, deren Betrieb auf eigener Hardware extreme Kosten verursachen würde, und die zugleich langfristig überzeugende Konzepte zum Schutz der Daten geliefert haben. Auch wird ein eventueller Vendor-Lock – wie er bei einigen heutigen Anbietern zu finden ist – sich langfristig negativ auswirken. Während man mittelfristig erreicht, dass Kunden an ihre Anbieter gebunden sind, werden langfristig Mittel und Wege gefunden, solche Vendor-Locks zu umgehen. Dies wird dann aber nicht zu einem „Wettrüsten“ führen, sondern hoffentlich zu standardisierten Austauschformaten für ähnliche Anwendungen.
  • DaaS – Desktop as a Service. Diese Variante ist auf mobile Endanwender ausgerichtet, seien es Einzelpersonen oder die Endanwender in einem Unternehmen. Diesmal wird die Benutzeroberfläche und Laufzeitumgebung für die Software, welche auf dem Endgerät betrieben wird, ausgelagert. Sun VDI wäre ein Beispiel für eine Software, mit der solch ein Service einfach zu realisieren ist. Man greift über einen Browser oder ein recht einfaches Endgerät auf eine irgendwie geartete Infrastruktur zu, und dort liegt der persönliche Desktop-Rechner, auf dem man dann arbeitet. Falls jemand das mal ausprobieren möchte: Im Sun Solution Center in München steht eine ähliche Infrastruktur bereit, über die man selbst einen Open Solaris Desktop ausprobieren kann. Solch ein Service würde auch mit anderen Betriebssystemen funktionieren – bei Windows wären aber komplexe Softwarelizenzbestimmungen zu beachten. Die Verwandtschaft zu IaaS ist deutlich, doch liegt ein Mehrwert in der zugrundeliegenden Zugriffsinfrastruktur und der hohen und omnipräsenten Verfügbarkeit. Neben Produkten wie Sun VDI gibt es diverse unvollständige Ansätze für DaaS, welche nur Teile abbilden, beispielsweise zentrale Homeverzeichnisse oder Dateiablageorte, welche dann von überall genutzt werden können. Der Markt für DaaS ist erst im Entstehen, erste Unternehmen verschieben Ihre Desktops in Private Clouds. Für DaaS in Public Clouds gibt es noch keinen wirklichen Markt. Mittelfristig wird DaaS in Private Clouds für Unternehmen wichtig und gängig werden. Langfristig werden sie laute Arbeitsplatz-PC verdrängen – auch weil einfache Desktopgeräte wartungsärmer sind. Im privaten Umfeld rechne ich eher nicht damit – dort werden sich mehr öffentlich zugängliche Speicher durchsetzen, welche man dann von fremden Desktops nutzen kann. Mittel- und Langfristige Prognosen wage ich für die private Nutzung noch nicht.

Es gibt noch mehr XaaS: DaaS steht auch noch für „Database as a Service“, SaaS auch für „Storage as a Service“ oder „Security as a Service, hin und wieder taucht IaaS als „IT as a Service“ auf.

Wichtig ist meine Ansicht nach hierbei:

  • IaaS wird ein heißes Pflaster, sollte jemand in diesem Bereich eine Firma gründen wollen: Vergessen Sie es – außer sie können Rechenleistung zum Nulltarif herstellen.
  • PaaS wird ein kleiner, aber feiner Nieschenmarkt: Wenn man hier eine geniale Idee hat, welche genau auf die Bedürfnisse der Entwickler ausgerichtet ist, kann man damit Erfolg haben. Wichtig ist aber, seine Idee bald auf die Straße zu bringen und schnell Entwickler davon zu überzeugen.
  • AaaS & SaaS für Unternehmen: Dieser Markt wird für große Softwaresysteme üblich – hier können die Anbieter auf wirklichen Mehrwert bieten. Alteingessenne Markteilnehmer können hier ihre Produkte an neue Zielgruppen bringen, oder vorhandene Kunden mit neuen Angeboten bei der Stange halten. Neue Marktteilnehmer werden es schwer haben, außer in Kooperation mit alteingesessenen Softwarehäusern, die SaaS gerne jemand anderem überlassen wollen. Wenn man solch einen Partner hat, und dessen Kunden lassen sich auf SaaS ein: Das könnte was werden.
  • AaaS & SaaS für Endanwender: Das wird ein schwieriges Pflaster – vorstellbar sind meiner Meinung nach nur zwei Szenarien: Software, die man sehr selten braucht und per Use kaufen kann (beispielsweise Steuererklärungs-Software), oder Software, die man gerne immer und überall nutzen möchte.
  • DaaS: Dieser letzte Markt ist bereits gut mit Anbietern für Unternehmen bestückt – neue Markteilnehmer werden es schwer haben. Für die privaten Anwender existiert hier noch nicht das Killer-Feature, mit dem sich das Produkt durchsetzen wird. Falls jemand hier eine geniale Idee hat – ausprobieren!

ICC: Warum keine Flatrates?

Flatrates sind in Deutschland unheimlich beliebt. Zuletzt war nur Flatrate-Saufen in’s Gerede gekommen, die meisten anderen Flatrates freuen sich wachsender Beliebtheit.

Auffällig dabei ist der hohe Anteil an Flatrates, bei denen Bandbreiten bzw. Datenübertragungsmengen ohne nennenswerte Begrenzung angeboten werden. Seien es DSL-Flatrates, seien es UMTS-Tarife oder Telefontarife – die Datenmenge ist meist nicht beschränkt. Okay – da gibt es jede Menge Fallstricke und „Fair-Flat-Regeln“, aber bei einigermaßen normaler Nutzung sind die Tarife in Ordnung und erscheinen jedem Nutzer transparent: DSL und Telefon kosten pro Monat X Euro. Exakt vorhersagbar.

Eine andere Art der Flatrate sind die Angebote für VServer und ähnliche Prä-Cloud-Hosting-Angebote. Hier erhält man einen virtuellen Server mit bestimmten Eigenschaften (langsam, stets zu wenig Speicher, langsame Netzwerkanbindung) und zahlt dafür eine Pauschale. Wenn man andere Eigenschaften will (schnell, ausreichend Speicher, flotte Netzwerkanbindung) wählt man einen teureren Tarif und bekommt auch dieses.

Die Berechnung einer Flatrate ist relativ einfach aus Anbieterperspektive:

  • Fixkosten des Service (im Falle des VServers die anteiligen Kosten für den Server, auf dem der VServer läuft, beispielsweise 1/8 Opteron),
  • + anteilige Kosten für Strom, Kühlung etc. (vorsichtshalber 24*7*31*Volllast, also 24 kWh/Monat),
  • + Kosten für Datenvolumen (also anteilige Kosten an einem SAN)
  • + Kosten für Datenübertragung (also anteilige Kosten an der Internetverbindung)
  • * Sicherheitsfaktor (irgendwas größer 1, bei manchen Angeboten wahrscheinlich auch größer PI)

Streng genommen bezahlt man bei einer Flatrate also nicht einen Verbrauch an Bandbreite, an CPU-Sekunden oder an Speicherbedarf, sondern eine bereitstehende Kapazität, die man dann aufbraucht (oder nicht). Man zahlt nicht 1254 MB auf der Platte, sondern man zahlt dafür, dass eine virtuelle 40-GB-Platte für einen einen Monat lang da ist, egal wieviel man davon nutzt. Man zahlt nicht für 13292 CPU-Sekunden, die man auf einem Opteron verbraucht hat, man zahlt für eine zu Verfügung stehende CPU-Sekunde pro realer Sekunde und pro bezahlter CPU. Man zahlt nicht für 12010 MB übertragene Daten, man zahlt dafür, dass eine 2-MBIT-Verbindung in’s Internet 24/7 bereitssteht.

Aus Anbieterperspektive sind Flatrates aus mehreren Gründen attraktiv:

  • Fixer Geldzufluss: Nie war es so einfach, eine Umsatzprognose abzugebeben. Wenn alle Kunden die gleiche Pauschale zahlen, kann man mit simpler Multiplikation sehr einfach den Geldfluss vorhersagen.
  • Kapazitäten sind einfacher zu planen als unvorhersagbare Bedarfe. Mit der Zeit wird auch ein „Matching“ zwischen Bedarfen und gebuchten Kapazitäten sichtbar, sodass man ein besseres Kapazitätsmanagement machen kann.
  • Weniger Kosten für die Abrechnung: Es ist schlicht und einfach recht aufwändig, genau den Verbrauch mitzuschreiben und dann ihn abzurechnen. Ein Teil der Kosten für einen Dienst sind die Kosten für dessen Abrechnung. Bei preiswerten Diensten kann – bei entsprechend komplexer Erfassung – die Abrechnung teurer sein als der Dienst selbst.

Im Cloud Computing gibt’s praktisch keine Kapazitäten, die der Kunde bucht. Flatrates und Cloud Computing schließen sich daher momentan noch aus: Wenn man flexible, elastische Merkmale möchte, kann man keine Kapazitäten pro Zeiteinheit buchen. Wenn ich kurzfristig 100 CPU-Sekunden pro Sekunde verheize und dann wochenlang nicht eine, dann nutzt mir eine zugesicherte CPU-Sekunde pro reale Sekunde recht wenig.

Eines der Merkmale des Cloud Computing ist nun einmal die Elsatizität des Services. Man legt sich nicht auf einen monatlichen Verbrauch im vorhinein fest, also wird es keine zeitlich konstante Flatrate geben. Was es aber geben kann, sind Paketangebote: 100 CPU-Sekunden zum Preis von 90, 1000 Put-Datenzugriffe im Paket billiger, wenn man Vorkasse leistet…