Thoughts. Ideas. Photography.

Vom bewegten Bild in Präsentationen

Es gibt sehr viele Regeln, die man beim Präsentieren beachten sollte. Legendär ist die 30/20/10-Regel (nicht unter 30 Punkte Schrift, maximal 20 Minuten, maximal 10 Folien), auch weil sie nicht immer angewendet werden sollte: Alec Muffet macht vor, das es auch ohne sie geht.

Mindestens ein Übel vergleichbaren Ausmaßes wie allgemeine Regeln sind hereinfliegende Texte, Punktlisten oder Folienüberblendeffekte von mehr als 2 Sekunden. Anscheinend wollen damit die Präsentatoren von sich selbst ablenken, und möchten die Augen des Auditoriums ganz auf die Folien bannen. Ablenkungsmanöver. Bei Seminaren an der Uni gab es übrigens eine recht erstaunliche Korrelation zwischen fachlicher Unfähigkeit und einfliegenden Punkt-Listen.

Aber warum sind diese ganzen Animationsgeschichten in Präsentationsprogramme eingebaut? Und warum gibt es Präsentationen, in denen mit Animationen gearbeitet wird, ohne dass sich der Zuhörer/Zuseher gelangweilt fühlt? Wann soll man also mit Bewegung, Animation und Bildeffekten arbeiten? Meiner Ansicht nach ganz einfach: Wenn es das Erfassen einer Veränderung erleichtert. Und wann nicht? Auch ganz einfach: Wenn man einen statischen Zustand beschreiben möchte.

Das klingt jetzt trivial, aber es hat sich für mich in den letzten Jahren als gangbarer Weg erwiesen: Wenn man einen Zustand beschreiben möchte, so beschreibt man diesen entweder mit Text, oder man zeichnet ein Bild davon. Es bringt nichts, den Text buchstabenweise einfliegen zu lassen. Und es bring auch nichts, ein komplettes Bild wild rotierend auf der Folie landen zu lassen.

Wenn man aber das Entstehen eines Zustandes, oder den Übergang zwischen zwei Zuständen beschreiben möchte, dann sollte man diesen dynamsichen Prozess auch als einen solchen darstellen. Dazu benutzt man entweder die vielfältigen Animationsfunktionen der Präsentationsprogramme, oder einen Stift und ein Whiteboard, ein Stück Kreide und eine Tafel, eine leere Folie und einen Overhead-Projektor, ein paar Buntstifte und ein Stück Papier…

Eine Kleinigkeit am Rande. Folien sollten der Unterstützung des Zuhörers dienen. Sie sind keine Notizzettel, die man dem Auditorium vorlesen sollte. Man kann sich von Stichwort zu Stichwort hangeln, aber die Tonspur muss einen Mehrwert darstellen. Folien dienen auch nicht als akademische Blendgranaten: Folien voller Text, den eh kein Mensch lesen kann, sollte man auch meiden…

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