Es liegt vor allem an Solaris…
Jan 26. Januar 2010
Jetzt gibt es den neuen SAP-SD-2tier-Benchmark seit etwa einem Jahr. Auch wenn dieser Benchmark nicht für jeden ITler von Bedeutung ist, so ist er für meine Projekte sehr zentral. Er ist im SAP-Umfeld der Standard, und er ist zentral für Sizings und Architekturen.
Es gab tiefgreifende Änderungen zu Beginn des Jahres gegenüber dem vorhergehenden Benchmark, die Benchmarkteams mussten sich erst auf diese Veränderungen einstellen. Alles in allem ein spannendes Jahr.
Nachdem im Jahr 2009 rund 40 Ergebnisse veröffentlicht wurden, ist es also Zeit für ein kleines Resümee. Was fällt also so auf?
- Eine wirkliche Aussage, wieviel mehr “Last” der neue Benchmark bedeutet, oder wie der “Umrechnungsfaktor ist”, ist immer noch kaum möglich. Es gibt sehr viele Benchmarks mit Intel Xeon und AMD Opteron, aber außer ein paar SPARC- und einem einzelnen Power-Ergebnis ist es recht ruhig um die RISC-Architekturen. Also weiter die Vermutung Irgendwo zwischen 25 und 35% wird er wohl liegen.
- Vor allem drei Änderung, und zwar der Unicode-Zwang, das neue Hauptbuch und die erweiterte Kreditoren-Prüfung, sorgen für weitere Prozessschritte. Diese Änderungen sorgen für eine reale Mehrlast auf den Prozessoren der Systeme. Mehr Speicher bringt dabei nicht unbedingt was, die Rekorde auf 48GB zeigen.
- Eine Änderung sorgt für lustige Warteschlangen-Effekte: Durch die Verkürzung der Antwortzeit von zwei auf eine Sekunde verkürzt sich die Wartezeit, die ein Auftrag im System verbringen darf. Folglich verkürzen sich vor allem die Warteschlangen, und hier schlägt dann die Warteschlangentheorie zu. Je mehr simultane Verarbeitungen möglich sind, desto eher kommen erstaunlich niedrige SAPS-Werte heraus. Kann man mit einem Warteschlangensimulator mal nachspielen.
Okay, das waren sehr generelle Auffälligkeiten. Nun ein paar Anmerkungen zu einigen Resultaten (die ich hier noch nicht diskutiert habe).
Schaut man auf das Feld der Benchmarker, fällt einer nicht auf: IBM. Ich habe mit unseren Benchmarkern mal diskutiert, warum IBM sich im 2-tier-Benchmark so bedeckt hält, aber statt dessen beispielsweise recht viele BI-XML-Benchmarks machen. Das erschwert den Vergleich – die Lasten sind recht unterschiedlich, an ein umrechnen ist nicht zu denken. Warum macht IBM nicht den “Standard-Benchmark” und statt dessen diesen Exoten? Ich vermute mal, es liegt an ihrem Hang zum Paritionieren: Im SD-Benchmark sind Datenbank und Applikationsserver nicht voneinander getrennt. Doch wenn man trennen will, beispielsweise mit LPARs, weil man aus irgendeinem Grund nicht gut über die gesamte Maschine skaliert oder mehr Kontrolle über die Aufteilung der Ressourcen braucht, um gute Resultate zu erziehlen, dann muss man das seit diesem Jahr als einen 3-tier-Benchmark ausweisen. IBM, bekommt ihr die vielen SAPS eine p595 etwa nicht “am Stück” auf die Straße?
Als zweites fällt die extreme Dominanz eines einzelnen Prozessors auf: Der Intel Xeon 5570, aka. Nehalem 2,93GHz, ist praktisch in jedem zweiten SD-Benchmark vertreten. Angeblich sind die Maschinen sehr sehr ähnlich, Resultate können fast immer auf die Software zurückgeführt werden. Im Dezember wurde dieser Glaube ein wenig erschüttert. Doch fangen wir langsam an.
Zunächst der ceteris-paribus-Beweis, dass Solaris mehr aus der Hardware rausholt als Windows:
- Zertifikat 2009048: Sun Fire X4270, 2 processors / 8 cores / 16 threads, Intel Xeon Processor X5570, 2.93 GHz, 64 KB L1 cache and 256 KB L2 cache per core, 8 MB L3 cache per processor, 48 GB main memory, Windows 2008 Server & MS SQL-Server 2008: 3.416 User, 18.730 SAPS.
- Zertifikat 2009033: Sun Fire X4270, 2 processors / 8 cores / 16 threads, Intel Xeon Processor X5570, 2.93 GHz, 64 KB L1 cache and 256 KB L2 cache per core, 8 MB L3 cache per processor, 48 GB main memory, Solaris 10 und Oracle 10g: 3.800 User, 21.000 SAPS.
Daraus lesen wir zunächst mal ab, dass Solaris/Oracle 2270 SAPS mehr aus gleicher 2-Sockel-Hardware herausholt (etwa 12%). Bei größeren Systemen steigt dieser Vorsprung auf 21%.
Der Windows-Benchmark von Sun kam – wie man an der recht hohen Zertifikatsnummer sehen kann – recht spät. Es war, so meine Kollegen aus dem Benchmarking, zunächst mal ein Zertifizierungsbenchmark.
Nur ein Zertifizierungs-Benchmark? Das ausstattungsmäßige Pendant zur Sun Fire X4270 ist die HP DL380 G6. Und die hat auch einen Windows-Benchmark:
- Zertifikat 2009004: HP ProLiant DL380 G6, 2 processors / 8 cores / 16 threads, Intel Xeon Processor X5570, 2.93 GHz, 64 KB L1 cache and 256 KB L2 cache per core, 8 MB L3 cache per processor, 48 GB main memory, Windows 2008 Server & MS SQL-Server 2008: 3.300 User, 18.030 SAPS.
Also hat die X4270 mehr Windows-Power, 700 SAPS mehr sind immerhin 3,9%. Schaut man sich die Windows-Benchmarks anderer Hersteller an, sieht es immer ähnlich aus. Cisco erreicht stolze 3.200 User (Glückwunsch zum ersten Benchmark-Ergebnis!), Hitachi bietet 80 weniger, … lassen wir das.
Gut, HP kann auch mehr als 3300 SD-User. Sie haben ihr 2-Sockel-Blade antreten lassen:
- Zertifikat 2009031: HP ProLiant BL460c G6, 2 processors / 8 cores / 16 threads, Intel Xeon Processor X5570, 2.93 GHz, 64 KB L1 cache and 256 KB L2 cache per core, 8 MB L3 cache per processor, 48 GB main memory,Windows 2008 Server & MS SQL-Server 2008: 3.415 User, 18.670 SAPS
Tja, immer noch einen User Vorsprung für Sun. Lustig, Sun hat den schnellsten Windows-2-Wege-2tier-SD-Benchmark des Jahres 2009!
Was kann man nun aus diesen Benchmarks ableiten?
- Der Solaris-Vorsprung beweist sich auf ein Neues. Bei identischer Hardware bringt Solaris ein mehr an Leistung, das beachtlich ist.
- Will man unbedingt Windows nutzen, bietet der Sun-Server die meiste Performance (wenn auch nur sehr knapp).
Ein paar weitere Erkenntnisse lassen sich aus den Ergebnissen auch ableiten:
- HP und Sun beherrschen aktuell den Benchmark. Im Jahr 2009 wurden 41 Resultate im 2tier SD-Benchmark veröffentlicht, die meisten davon waren von HP (17) und Sun (9). Es ist davon auszugehen, dass diese beiden Benchmark-Teams den Benchmark gut beherrschen, was gerade der hauchdünne Vorsprung von Sun im Windows-Benchmark beweist.
- Dennoch sind die anderen Nehalem-Benchmarks, insbesondere die unter 3300 SD-Usern liegen, kein Beweis für die Unfähigkeit der anderen Firmen. Sie beweisen nur, dass diese Firmen anscheinend weniger Arbeit in ihre SAP-Benchmarks stecken wollen. Sie fahren “Zertifizierungs-Benchmarks”, und gut ist.
- HP und Sun beweisen Engagement in ihren Benchmarks, HP beschränkt sich aber auf x86-Hardware (Intel und AMD) und sie beweisen nur mit Windows und Linux ihre Leistung. Auf einen Itanium-Benchmark wartet man vergebens. Okay, die aktuelle Itanium-Hardware hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und Gerüchten zufolge hat der neue Itanium “Tukwila” mittlerweile den Codenamen “Godot” bekommen.
- IBM – sorry Jungs – gibt ein schwaches Bild ab. Keinerlei x86-Benchmarks, weder Linux noch Windows noch Solaris. Ein einzelner SD-Benchmark, bei dem Power 6 schlechter abschneidet als der Xeon 5570. Statt dessen nur ein paar BI-Benchmarks, bei denen man sich nur mit sich selbst messen muss.
links for 2010-01-22
delicious 22. Januar 2010
-
da kennt mich einer.
Oracle kommt einen großen Schritt näher:
Jan 21. Januar 2010
Soeben auf der Seite der EU erschienen:
Mergers: Commission clears Oracle’s proposed acquisition of Sun Microsystems
The European Commission has approved under the EU Merger Regulation the proposed acquisition of US hardware and software vendor Sun Microsystems Inc. by Oracle Corporation, a US enterprise software company. After an in-depth examination, launched in September 2009 (see IP/09/1271 ), the Commission concluded that the transaction would not significantly impede effective competition in the European Economic Area (EEA) or any substantial part of it.
Somit ist es absehbar, dass Oracle bald Sun übernimmt…
links for 2010-01-19
delicious 19. Januar 2010
-
Schönes Rezept für Roastbeef, rückwärts gebraten
-
Überblickartige Analyse der Auswirkungen der Verweigerungshaltung der Linux-Community gegen propietäre Software
Minuszwölfkommasechs
flickr 19. Dezember 2009
Temperatur am 19. Dezember 2009. Laut Wetterbericht sollte es ca. 15°C wärmer sein…
So schön war die Zeit
Jan 18. Dezember 2009
Dieses Blogpost ist für “Caruso”, eben jener Mitmensch, der in den frühen Morgenstunden des 17. Dezember 2009, so gegen 5:00 Uhr, im Relexa-Hotel in Ratingen Duschen musste und dabei “Heimweh” (Brennend heißer Wüstensand / So schön war die Zeit) von Freddy Quinn singen wollte. Zwei Anmerkungen:
1.) Bitte, wenn man schon so früh am Morgen LAUT singen möchte, dann bitte in EINER Tonart. Das Lied hat keine ständigen Tonartwechsel, es ist melodisch einfach gehalten. Das bekommt man hin!
2.) Bitte, wenn man den Text nicht kann, sollte man ihn sich herunterladen und ggf. ausdrucken. Damit das Papier in der Dusche nicht durchweicht, empfehle ich einlaminieren.
Sollte dann das Lied immer noch nicht gut klingen, bitte an Dieter Nuhr wenden (letztes Zitat in der Liste).
PS: Nein, ich bin nicht sauer, dass Sie mich mit Ihrer musikalischen Darbietung um 5:00 Uhr morgens geweckt haben und ich anschließend nicht mehr einschlafen konnte!!!
Bäume im Winter
flickr 13. Dezember 2009
Es hat geschneit im Saarland – und wir sind losgezogen, einen Weihnachtsbaum zu besorgen. Ein paar Impressionen aus dem Wald bei St. Ingbert gibt’s bei Flickr. Den Weihnachtsbaum gibt’s dann später.
Scannen mit der Sun Ray
Jan 3. Dezember 2009
Okay, leicht reißerischer Titel. Es geht um das Einbinden eines normalen USB-Scanners in ein Windows in einer Virtual Box, welche über eine Sun Ray bedient wird.
Das Problem dabei: Scanner und Homeserver, auf dem die VirtualBox läuft, stehen ein paar Meter auseinander. Zu weit, für ein langes USB-Kabel. Außerdem wäre es eh schön, wenn jeder Rechner im Haus auf den Scanner zugreifen könnte. Also muss der Scanner in’s Netzwerk, und die VirtualBox muss darauf zugreifen.
Es gibt jede Menge spezialisierter USB-Netzwerk-Boxen, die das super für USB-Sticks und ähnliche Storage-Devices oder für Drucker können. Doch für Scanner trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Von meinen Kollegen bekam ich den Tipp, die Geräte der Firma Lantronix oder Silex seien empfehlenswert. Beide Firmen produzieren bestimmt extrem zuverlässige Geräte – aber leider recht teuer. Für zu Hause ein paar Seiten pro Monat scannen ein wenig zu viel des Guten.
Durch ein paar Hinweise in Foren, man solle die Treiber von Silex auch für den Belkin Network USB Hub verwenden, bin ich auf eben jenes Gerät von Belkin gestoßen. Das Design verleitet, einen MacMini darauf zu stellen (sollte man nicht tun, die Box ist hitzeempfindlich), und dank der glänzenden Oberfläche sieht man jedes Staubkorn und jeden Fingerabdruck. Aber ich habe das Teil preiswerter bekommen als jedes Silex- oder Lantronix-Gerät.
Wichtig war, die virtuelle Maschine auf bridged-network umzustellen: Die Verbindung zwischen dem Windows in der Virtual Box und Network USB Hub überlebt kein NAT.
Der Rest war trivial: Treiber für die Box installieren (den von Belkin oder den von Silex, beide funktionieren tadelos), Scanner verbinden, Treiber für den Scanner installieren, fertig. Die Geschwindigkeit des Plustek PL 806 ist gefühlt unverändert, trotz des Transports von USB2.0 über Ethernet mit 100 MBit/s, und alle Funktionen (auch die Tasten am Scanner) funktionieren einwandfrei.
Eine Sache nervt aber an dem Network USB Hub: Er ist zu leicht: lange Kabel schaffen es problemlos, die Box vom Schreibtisch zu ziehen. Aber das ist ein Problem, das man mit Klebeband lösen kann…
Kyocera Laserdrucker im Netzwerk unter Open Solaris einbinden
Jan 1. Dezember 2009
Zu Hause steht bei uns ein Kyocera FS-1900 in der Ecke und druckt per Netzwerk von jedem Rechner aus. Von jedem Rechner aus? Nein, von meinem Dienstnotebook war es bislang nicht notwendig. Nach recht langer Zeit bei Sun war es nun aber das erste Mal notwendig, etwas zu Hause auszudrucken.
Zur Verwaltung der Drucker hat Open Solaris ein schickes Tool, den Print Manager (Teil vom Projekt presto, das auch noch eine automatische Druckererkennung hat). Dort also einen Drucker hinzufügen, eine LDP-Warteschlange einrichten (IP-Adresse, Warteschlangenname = Name des virtuellen Druckers auf dem Drucker, den man in der Web-Administrationsschnittstelle sieht, in meinem Fall lp1). Serienmäßig bringt Open Solaris die foomatic-PPDs mit, und da ist eine PPD für den Kyocera FS-1900 dabei. Leider ist diese PPD nicht sehr vollständig, Details zu einigen Erweiterungen fehlten leider. Aber es gibt von Kyocera eigene PPDs, zumindest für Linux. Diese funktionieren – nach ein wenig Basteln – auch für Open Solaris.
Der Zeilenumbruch in den Kyocera-PPDs ist nicht der gleiche wie in Unix: Im vi wird er als ^M angezeigt. Ein stupides %s/^M//g bringt leider nichts, das ^M ist ein Steuerzeichen. Wie war das nochmal gleich mit dem Escapen von Sonderzeichen im vi?
Die Lösung ist folgende: Zu tippen ist: %s/Control-v Control-m//g (ohne das Leerzeichen zwischen Control-v und Control-m). Dann verschwinden die ^M, und mit dem Befehl
pfexec ppdadm -a [Pfad zur PPD]
kann man die Kyocera-PPD einbinden, und dann im Printer-Manager auswählen.
Noch ein paar Anmerkungen:
- Das Drucken über Socket oder IPP führte trotz diverser Versuche mit foomatic und Kyocera-PPDs nicht zum Erfolg, nur LPD funktionierte.
- Lokal habe ich den Drucker nicht angeschlossen. Daher kann ich auch nichts dazu sagen, wie man ihn am besten lokal anbindet.

