Fun

Erfahrungsverbesserung

Skype hat heute meine Erfahrung verbessert.

Mal ehrlich, solch eine Übersetzung ist peinlich. Skype hat nicht meine Erfahrung verbessert. Meine Erfahrung ist meine Sachkenntnis, welche ich im Laufe meines Lebens erworben habe. Ja, man kann auch von einer einzelnen Erfahrung sprechen – gewöhnlicherweise wird damit ein einzelnes durchlebtes Ereignis gemeint. So in der Richtung: Das Essen im Restaurant XYZ war eine außergewöhnliche Erfahrung, von der ich noch meinen Enkeln erzählen werde.

Meine Skype-Erfahrung ist also entweder meine langjährig erworbene Sachkenntnis im Umgang mit Skype, oder das Resultat eines einzelnen Telefonats nach dessen Beendigung. Keines davon kann während der Installation von Software verbessert werden. Meine Sachkenntnis steigt nicht, und ein automatischer Installer ist kein Erlebnis, von dem meine Enkel irgendwann mal was wissen wollen.

Vermutlich gehört dies wieder in den Bereich „Lost in Translation“. Im Original stand da wohl: We are improving your Skype experience. Experience bedeutet nicht nur Erfahrung oder Sachkenntnis, sondern auch „Erlebnis“. Und mit dem Windows-Erlebnis (aka. as Windows XP) fing der inflationäre Gebrauch von experience im Englischen für alle möglichen Dinge an. Aus Usabilty wurde User Experience etc.

Also sind wir jetzt soweit: Skype verbessert nicht seine Software. Skype verbessert auch nicht die Bedienbarkeit. Skype macht auch nicht die Verwendung seiner Software zum ach so schönen und unvergesslichen Erlebnis. Skype verbessert meine Erfahrung. Danke. Ich werde meinen Enkeln noch von solchen Übersetzungen berichten.

Fotos

Fotoanatomie – das Foto des 16.12.2010

Momentan experimentiere ich mit Blitzen. Das Blog und das Lightning 101 des Stobisten sind in der Hinsicht eine wunderschöne Inspirationsquelle. Wenngleich ich nicht auf die Idee kommen werde, mir aus 8 Systemblitzen einen „Blitzwerfer“ zu bauen, um auf dem Wasser Sportfotographie zu machen.

Für eine Präsentation brauchte ich ein Foto von einem älteren Werbegeschenk. Ein 1/24-Modellauto mit Sun-Aufklebern auf dem Frontspoiler. (Der ein oder andere wird sich erinnern, dass Sun-Logos echt mal auf Formel-1-Autos zu sehen waren: Auf den Spiegeln der McLaren-Mercedes „Silberpfeile“ im Jahr 2000/2001 beispielsweise.)

Bei dem Foto vom 16. ging es mir darum, dass man das Auto brauchbar erkennen kann und zugleich ein paar hübsche Relektionen es dreidimensionaler erscheinen lassen.

Daher hab ich ein paar Versuche gemacht, wie man das Auto am geschicktesten Ausleuchtet. Es war klar, dass ich zwei Lichquellen bräuchte. Eine für eine „Grundhelligkeit“, und eine für die Reflektionen. Um das genauer planen zu können, hab ich eine Reihe von Probefotos gemacht. Dabei hab ich dem Blitz für die Reflektionen eine rote Folie verpasst, um auf den Bildern genauer zu sehen, wo es jetzt Reflektionen gibt, und was die „Grundversorgung“ macht.

Dabei entstand folgendes Foto

Schön zu sehen: Das Grundlicht von oben links hellt das Auto komplett auf (es hat wenig harte Schatten, weil ich eine Softbox verwendet habe). Von hinten kommen ein paar rote Linien und Flächen.

Also war es Zeit für das „richtige“ Foto. Der schwarze Hintergrund war zum Freistellen schwarzer Räder denkbar ungeeignet. Also habe ich einen grünen gewählt. Die Softbox kam weiter von oben, die Winkel, gerade des hinteren Blitzes, habe ich für das endgültige Foto aber noch ein paar mal leicht verändert. Letztlich sah die Anordung des hinteren Blitzes dann so aus.

Schöne Reflektionen in Kombination mit der Softbox von oben. Der gesamte Aufbau sah so aus: