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Referenzspannung „B“ zu gering

Seit letzer Woche weiss ich, dass mein Passat eine Referenzspannung „B“ in der Motorsteuerung hat. Vermutlich hat er auch eine Referenzspannung „A“. Ein freundlicher Servicetechniker weiss das jetzt übrigens auch. Vor der letzten Woche war auch ihm die Referenzspannung „B“ unbekannt.

Doch zur Vorgeschichte: Bei Tempo 160 auf der Autobahn beschloss das Meisterwerk der Ingenieurskunst, dass es einen Defekt am Motor habe, und daher dringend das Notlaufprogramm zu aktivieren sein. Die Leistung war sofort weg, Höchstgeschwindigkeit 80 und fallend. Gelbe Warnlampen blinkten, die Multifunktionsanweisung bat, eine Werkstatt aufzusuchen.

Mein Navi kannte zum Glück einen VW-Händler in 3km Entfernung, also dorthin. Auf dem Weg dorthin ging der Motor kurz aus. Anspringen fiel dem guten Stück schwer. Aber irgendwann ging es weiter.

Beim VW-Händler angekommen schaute ein netter Servicetechniker in den Fehlerspeicher des Wagens. Dort stand dann, das die Referenzspannung „B“ der Motorsteuerung zu gering sei. Damit konnte der Servicetechniker nichts anfangen. Auch der Fehlercode sagte weder ihm noch seinem Handbuch etwas.

Er bat mir an, den Wagen dort zu lassen und den Fehler langwierig zu suchen. Da ich das Auto kurzfristig brauchte, und er keinen Ersatzwagen hatte, bat ich ihn, den Fehlerspeicher zurückzusetzen, der Fehler würde ja bestimmt kurzfristig wieder auftauchen.

Er meinte, es sei kein Problem, mit dem Fehler einige Kilometer zu fahren und ihn, so der Fehler wieder auftauchen würde, eine andere Werkstatt aufzusuchen. Ich könne nichts kaputt machen, der Wagen würde sich vorher abschalten. Ich hätte nur das Risiko, liegen zu bleiben.

Der Wagen blieb seitdem nicht mehr mit dem Fehler liegen. Mein örtlicher VW-Händler war mit der Frage nach Referenzspannung „B“ überfragt. Sollte also jemand da draußen wissen, was sich hinter der Fehlernummer 538 021A „Referenzspannung „B“ zu gering“ verbirgt, bitte melden.


Sicherung 41 (Fahrerseite)

Mein Passat Kombi hatte auf einmal keinen Strom mehr auf der 12V-Steckdose in der Mittelkonsole. Auf den ersten Blick ein trivialer Fehler: Ein Blick in’s Bordbuch, Sicherungsbelegung, und die Sicherung austauschen. Sollte die dann nochmal durchbrennen, sollte man nach einem ernsteren Fehler suchen.

Also Bordbuch in die Hand nehmen, im Teil 3 („Selbsthilfe“ oder so ähnlich) auf Seite 98 findet sich der Hinweis auf Sicherung 35 auf der Beifahrerseite. Ich öffne den Sicherungskasten durch Aufhebeln seiner Abdeckung. Der Platz 35 ist nicht belegt, nicht einmal Kabel führen zu dem Platz.

Was macht man also: Man fragt die VW-Hotline, welche im Handbuch vermerkt ist. Ich lande in einem technisch unversierten Callcenter, wo man mich wegen meiner anstehenden Reparatur an den nächsten VW-Händler verweist. Hallo? Anstehende Reparatur? Ich möchte wissen, wo die Sicherung der 12V-Steckdose ist! Ich habe keinen Bedarf nach einer stundenlangen Reparatur!

Nächster Anlaufpartner ist ein VW-Händler in Walldorf (ich war gerade im Büro). Ich warte 10 Minuten, dann schildere ich mein Problem dem netten Herrn an der Service-Annahme. Der starrt dann ca. 12 Minuten auf ein seinen Monitor und kommt zum Schluss, es sei die Sicherung 38 auf der Faherseite, eine 15A Sicherung. Er verkauft mir eine solche Sicherung, ich gehe zum Auto, öffne den Sicherungskasten: Der Platz 38 auf der Fahrerseite ist unbelegt. Alle 15A Sicherungen in beiden Kästen sind in einwandfreiem Zustand.

So langsam werde ich sauer. Ich gehe zurück in den Verkaufsraum, die nette Dame an der Information kann mir auch nicht helfen, der Herr von der Serviceannahme ist anscheinend beschäftigt und kann sich nicht um mich kümmern. (Nur in Klammern bemerke ich hier, dass ca. 10 Angestellte im Lager deutlich sichtbar vom Verkaufsraum aus mit dem Genuss von Schokolade und der Diskussion von Sportereignissen beschäftigt waren). Mittlerweile bin ich über eine dreiviertel Stunde bei dem VW-Händler, mein Problem ist nicht gelöst. Ich muss los, sonst verpasse ich den nächsten Termin.

Heute morgen dann der nächste Versuch bei einem saarbrücker VW-Händler. Dieser ist um einiges offener als sein walldorfer Kollege, gemeinsam schauen wir auf den Belegungsplan der Sicherungen im offiziellen Werkstatthandbuch von VW. Zunächst finden wir auch die 38 (15A) auf der Fahrerseite, allerdings versehen mit einem Hinweis, dass seit Baujahr April 2006 eine andere Belegung üblich sein. Soweit war wohl auch der Walldorfer Kollege gekommen, nur hatte er den Zusatz wohl nicht bemerkt. Oder sein Handbuch war nicht so aktuell…

Kurze Zeit später finden wir die Sicherung 41 (15A) auf der Fahrerseite, allerdings mit dem Hinweis, dass dies auch schon wieder geändert sei. Die 41 in 20A wird aktuell verbaut, und die war es dann.

Liebe Dokumentationsabteilung von VW: Wie wäre es mit aktueller Dokumentation solcher „Kleinigkeiten“ wie der Sicherungsbelegung im Handbuch? Das hat doch bislang immer funktioniert? Warum jetzt nicht mehr?

Außerdem gibt’s laut Handbuch im Sicherungskasten eine „Minizange“ zum Entnehmen von Sicherungen: Die fehlt in den neueren Modellen anscheinend häufiger.