Thoughts. Ideas. Photography.

Sun

Foto des 28.1.2011

Noch mehr Impressionen aus Sun-Geschäftsstellen. Hätte ich kein Geo-Tagging (in Form von IATA-Codes), würde ich fragen, welche es ist.


Foto des 27.1.2011

Fühle mich heute total retro.


If it must run, it runs on Solaris!

Tja, noch ein Grund, sich diesen TTS mal anzusehen.

http://www.wired.com/autopia/2010/11/audis-robotic-car-climbs-pikes-peak/


Fotoanatomie – das Foto des 16.12.2010

Momentan experimentiere ich mit Blitzen. Das Blog und das Lightning 101 des Stobisten sind in der Hinsicht eine wunderschöne Inspirationsquelle. Wenngleich ich nicht auf die Idee kommen werde, mir aus 8 Systemblitzen einen „Blitzwerfer“ zu bauen, um auf dem Wasser Sportfotographie zu machen.

Für eine Präsentation brauchte ich ein Foto von einem älteren Werbegeschenk. Ein 1/24-Modellauto mit Sun-Aufklebern auf dem Frontspoiler. (Der ein oder andere wird sich erinnern, dass Sun-Logos echt mal auf Formel-1-Autos zu sehen waren: Auf den Spiegeln der McLaren-Mercedes „Silberpfeile“ im Jahr 2000/2001 beispielsweise.)

Bei dem Foto vom 16. ging es mir darum, dass man das Auto brauchbar erkennen kann und zugleich ein paar hübsche Relektionen es dreidimensionaler erscheinen lassen.

Daher hab ich ein paar Versuche gemacht, wie man das Auto am geschicktesten Ausleuchtet. Es war klar, dass ich zwei Lichquellen bräuchte. Eine für eine „Grundhelligkeit“, und eine für die Reflektionen. Um das genauer planen zu können, hab ich eine Reihe von Probefotos gemacht. Dabei hab ich dem Blitz für die Reflektionen eine rote Folie verpasst, um auf den Bildern genauer zu sehen, wo es jetzt Reflektionen gibt, und was die „Grundversorgung“ macht.

Dabei entstand folgendes Foto

Schön zu sehen: Das Grundlicht von oben links hellt das Auto komplett auf (es hat wenig harte Schatten, weil ich eine Softbox verwendet habe). Von hinten kommen ein paar rote Linien und Flächen.

Also war es Zeit für das „richtige“ Foto. Der schwarze Hintergrund war zum Freistellen schwarzer Räder denkbar ungeeignet. Also habe ich einen grünen gewählt. Die Softbox kam weiter von oben, die Winkel, gerade des hinteren Blitzes, habe ich für das endgültige Foto aber noch ein paar mal leicht verändert. Letztlich sah die Anordung des hinteren Blitzes dann so aus.

Schöne Reflektionen in Kombination mit der Softbox von oben. Der gesamte Aufbau sah so aus:


Solaris 11 Express 2010.11

Wahrscheinlich werden es viele auf vielen Seiten posten, aber ich freu mich auch darüber: Oracle Solaris 11 Express 2010.11 ist erschienen und warte darauf, getestet zu werden!


Es liegt vor allem an Solaris…

Jetzt gibt es den neuen SAP-SD-2tier-Benchmark seit etwa einem Jahr. Auch wenn dieser Benchmark nicht für jeden ITler von Bedeutung ist, so ist er für meine Projekte sehr zentral. Er ist im SAP-Umfeld der Standard, und er ist zentral für  Sizings und Architekturen.

Es gab tiefgreifende Änderungen zu Beginn des Jahres gegenüber dem vorhergehenden Benchmark, die Benchmarkteams mussten sich erst auf diese Veränderungen einstellen. Alles in allem ein spannendes Jahr.

Nachdem im Jahr 2009 rund 40 Ergebnisse veröffentlicht wurden, ist es also Zeit für ein kleines Resümee. Was fällt also so auf?

  • Eine wirkliche Aussage, wieviel mehr „Last“ der neue Benchmark bedeutet, oder wie der „Umrechnungsfaktor ist“, ist immer noch kaum möglich. Es gibt sehr viele Benchmarks mit Intel Xeon und AMD Opteron, aber außer ein paar SPARC- und einem einzelnen Power-Ergebnis ist es recht ruhig um die RISC-Architekturen. Also weiter die Vermutung Irgendwo zwischen 25 und 35% wird er wohl liegen.
  • Vor allem drei Änderung, und zwar der Unicode-Zwang, das neue Hauptbuch und die erweiterte Kreditoren-Prüfung, sorgen für weitere Prozessschritte. Diese Änderungen sorgen für eine reale Mehrlast auf den Prozessoren der Systeme. Mehr Speicher bringt dabei nicht unbedingt was, die Rekorde auf 48GB zeigen.
  • Eine Änderung sorgt für lustige Warteschlangen-Effekte: Durch die Verkürzung der Antwortzeit von zwei auf eine Sekunde verkürzt sich die Wartezeit, die ein Auftrag im System verbringen darf. Folglich verkürzen sich vor allem die Warteschlangen, und hier schlägt dann die Warteschlangentheorie zu. Je mehr simultane Verarbeitungen möglich sind, desto eher kommen erstaunlich niedrige SAPS-Werte heraus. Kann man mit einem Warteschlangensimulator mal nachspielen.

Okay, das waren sehr generelle Auffälligkeiten. Nun ein paar Anmerkungen zu einigen Resultaten (die ich hier noch nicht diskutiert habe).

Schaut man auf das Feld der Benchmarker, fällt einer nicht auf: IBM. Ich habe mit unseren Benchmarkern mal diskutiert, warum IBM sich im 2-tier-Benchmark so bedeckt hält, aber statt dessen beispielsweise recht viele BI-XML-Benchmarks machen. Das erschwert den Vergleich – die Lasten sind recht unterschiedlich, an ein umrechnen ist nicht zu denken. Warum macht IBM nicht den „Standard-Benchmark“ und statt dessen diesen Exoten? Ich vermute mal, es liegt an ihrem Hang zum Paritionieren: Im SD-Benchmark sind Datenbank und Applikationsserver nicht voneinander getrennt. Doch wenn man trennen will, beispielsweise mit LPARs, weil man aus irgendeinem Grund nicht gut über die gesamte Maschine skaliert oder mehr Kontrolle über die Aufteilung der Ressourcen braucht, um gute Resultate zu erziehlen, dann muss man das seit diesem Jahr als einen 3-tier-Benchmark ausweisen. IBM, bekommt ihr die vielen SAPS eine p595 etwa nicht „am Stück“ auf die Straße?

Als zweites fällt die extreme Dominanz eines einzelnen Prozessors auf: Der Intel Xeon 5570, aka. Nehalem 2,93GHz, ist praktisch in jedem zweiten SD-Benchmark vertreten. Angeblich sind die Maschinen sehr sehr ähnlich, Resultate können fast immer auf die Software zurückgeführt werden. Im Dezember wurde dieser Glaube ein wenig erschüttert. Doch fangen wir langsam an.

Zunächst der ceteris-paribus-Beweis, dass Solaris mehr aus der Hardware rausholt als Windows:

  • Zertifikat 2009048: Sun Fire X4270, 2 processors / 8 cores / 16 threads, Intel Xeon Processor X5570, 2.93 GHz, 64 KB L1 cache and 256 KB L2 cache per core, 8 MB L3 cache per processor, 48 GB main memory, Windows 2008 Server & MS SQL-Server 2008: 3.416 User, 18.730 SAPS.
  • Zertifikat 2009033: Sun Fire X4270, 2 processors / 8 cores / 16 threads, Intel Xeon Processor X5570, 2.93 GHz, 64 KB L1 cache and 256 KB L2 cache per core, 8 MB L3 cache per processor, 48 GB main memory, Solaris 10 und Oracle 10g: 3.800 User, 21.000 SAPS.

Daraus lesen wir zunächst mal ab, dass Solaris/Oracle 2270 SAPS mehr aus gleicher 2-Sockel-Hardware herausholt (etwa 12%). Bei größeren Systemen steigt dieser Vorsprung auf 21%.

Der Windows-Benchmark von Sun kam – wie man an der recht hohen Zertifikatsnummer sehen kann – recht spät. Es war, so meine Kollegen aus dem Benchmarking, zunächst mal ein Zertifizierungsbenchmark.

Nur ein Zertifizierungs-Benchmark? Das ausstattungsmäßige Pendant zur Sun Fire X4270 ist die HP DL380 G6. Und die hat auch einen Windows-Benchmark:

  • Zertifikat 2009004: HP ProLiant DL380 G6, 2 processors / 8 cores / 16 threads, Intel Xeon Processor X5570, 2.93 GHz, 64 KB L1 cache and 256 KB L2 cache per core, 8 MB L3 cache per processor, 48 GB main memory, Windows 2008 Server & MS SQL-Server 2008: 3.300 User, 18.030 SAPS.

Also hat die X4270 mehr Windows-Power, 700 SAPS mehr sind immerhin  3,9%. Schaut man sich die Windows-Benchmarks anderer Hersteller an, sieht es immer ähnlich aus. Cisco erreicht stolze  3.200 User (Glückwunsch zum ersten Benchmark-Ergebnis!), Hitachi bietet 80 weniger, … lassen wir das.

Gut, HP kann auch mehr als 3300 SD-User. Sie haben ihr 2-Sockel-Blade antreten lassen:

  • Zertifikat 2009031: HP ProLiant BL460c G6, 2 processors / 8 cores / 16 threads, Intel Xeon Processor X5570, 2.93 GHz, 64 KB L1 cache and 256 KB L2 cache per core, 8 MB L3 cache per processor, 48 GB main memory,Windows 2008 Server & MS SQL-Server 2008: 3.415 User, 18.670 SAPS

Tja, immer noch einen User Vorsprung für Sun. Lustig, Sun hat den schnellsten Windows-2-Wege-2tier-SD-Benchmark des Jahres 2009!

Was kann man nun aus diesen Benchmarks ableiten?

  1. Der Solaris-Vorsprung beweist sich auf ein Neues. Bei identischer Hardware bringt Solaris ein mehr an Leistung, das beachtlich ist.
  2. Will man unbedingt Windows nutzen, bietet der Sun-Server die meiste Performance (wenn auch nur sehr knapp).

Ein paar weitere Erkenntnisse lassen sich aus den Ergebnissen auch ableiten:

  • HP und Sun beherrschen aktuell den Benchmark. Im Jahr 2009 wurden 41 Resultate im 2tier SD-Benchmark  veröffentlicht, die meisten davon waren von HP (17) und Sun (9). Es ist davon auszugehen, dass diese beiden Benchmark-Teams den Benchmark gut beherrschen, was gerade der hauchdünne Vorsprung von Sun im Windows-Benchmark beweist.
  • Dennoch sind die anderen Nehalem-Benchmarks, insbesondere die unter 3300 SD-Usern liegen, kein Beweis für die Unfähigkeit der anderen Firmen. Sie beweisen nur, dass diese Firmen anscheinend weniger Arbeit in ihre SAP-Benchmarks stecken wollen. Sie fahren „Zertifizierungs-Benchmarks“, und gut ist.
  • HP und Sun beweisen Engagement in ihren Benchmarks, HP beschränkt sich aber auf x86-Hardware (Intel und AMD) und sie beweisen nur mit Windows und Linux ihre Leistung. Auf einen Itanium-Benchmark wartet man vergebens. Okay, die aktuelle Itanium-Hardware hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und Gerüchten zufolge hat der neue Itanium „Tukwila“ mittlerweile den Codenamen „Godot“ bekommen.
  • IBM – sorry Jungs – gibt ein schwaches Bild ab. Keinerlei x86-Benchmarks, weder Linux noch Windows noch Solaris. Ein einzelner SD-Benchmark, bei dem Power 6 schlechter abschneidet als der Xeon 5570. Statt dessen nur ein paar BI-Benchmarks, bei denen man sich nur mit sich selbst messen muss.

Oracle kommt einen großen Schritt näher:

Soeben auf der Seite der EU erschienen:

Mergers: Commission clears Oracle’s proposed acquisition of Sun Microsystems

The European Commission has approved under the EU Merger Regulation the proposed acquisition of US hardware and software vendor Sun Microsystems Inc. by Oracle Corporation, a US enterprise software company. After an in-depth examination, launched in September 2009 (see IP/09/1271 ), the Commission concluded that the transaction would not significantly impede effective competition in the European Economic Area (EEA) or any substantial part of it.

http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/10/40&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en

Somit ist es absehbar, dass Oracle bald Sun übernimmt…


Kyocera Laserdrucker im Netzwerk unter Open Solaris einbinden

Zu Hause steht bei uns ein Kyocera FS-1900 in der Ecke und druckt per Netzwerk von jedem Rechner aus. Von jedem Rechner aus? Nein, von meinem Dienstnotebook war es bislang nicht notwendig. Nach recht langer Zeit bei Sun war es nun aber das erste Mal notwendig, etwas zu Hause auszudrucken.

Zur Verwaltung der Drucker hat Open Solaris ein schickes Tool, den Print Manager (Teil vom Projekt presto, das auch noch eine automatische Druckererkennung hat). Dort also einen Drucker hinzufügen, eine LDP-Warteschlange einrichten (IP-Adresse, Warteschlangenname = Name des virtuellen Druckers auf dem Drucker, den man in der Web-Administrationsschnittstelle sieht, in meinem Fall lp1). Serienmäßig bringt Open Solaris die foomatic-PPDs mit, und da ist eine PPD für den Kyocera FS-1900 dabei. Leider ist diese PPD nicht sehr vollständig, Details zu einigen Erweiterungen fehlten leider. Aber es  gibt von Kyocera eigene PPDs, zumindest für Linux. Diese funktionieren – nach ein wenig Basteln – auch für Open Solaris.

Der Zeilenumbruch in den Kyocera-PPDs ist nicht der gleiche wie in Unix: Im vi wird er als ^M angezeigt. Ein stupides %s/^M//g bringt leider nichts, das ^M ist ein Steuerzeichen. Wie war das nochmal gleich mit dem Escapen von Sonderzeichen im vi?

Die Lösung ist folgende: Zu tippen ist: %s/Control-v Control-m//g (ohne das Leerzeichen zwischen Control-v und Control-m). Dann verschwinden die ^M, und mit dem Befehl

pfexec ppdadm -a [Pfad zur PPD]

kann man die Kyocera-PPD einbinden, und dann im Printer-Manager auswählen.

Noch ein paar Anmerkungen:

  • Das Drucken über Socket oder IPP führte  trotz diverser Versuche mit foomatic und Kyocera-PPDs nicht zum Erfolg, nur LPD funktionierte.
  • Lokal habe ich den Drucker nicht angeschlossen. Daher kann ich auch nichts dazu sagen, wie man ihn am besten lokal anbindet.

Sun in der Werbung

Seitdem Oracle das Schalten von Werbeanzeigen für Sun übernommen hat, sind die Botschaften sehr viel einfacher. Sun & Oracle sind besser als IBM.

Los ging es mit dieser Anzeige im Wall-Street-Journal:

sunoraclefaster

Zu der Anzeige gibt’s eine schöne Geschichte – erzählt von Larry Ellison während einer Keynote der Oracle Open World:

We were quite certain the combination of Oracle technology and Sun’s latest servers and storage and Flash and all that, cool new stuff, was way better than what IBM had, but we just hadn’t yet run the benchmark to prove it. But I knew, I just thought about it and said I know we’re better. I talked to John, I said John, I think we’re better. In fact, I’m certain we’re better and John said, probably. So, I said, great I’m running the ad.

Dann gleich weiter. Die nächste Botschaft war eindeutig: Das Sun Produkt-Portfolio bleibt erhalten und wird weiterentwickelt:

Jedem dürfte klar sein, dass dies eine wichtige Nachricht für Kunden ist. Jedem dürfte auch klar sein, dass die Entwicklung unter Umständen mehr in Richtung „Entwicklung von Appliances“ gehen dürfte. Doch dies ist ja letztlich auch das strategische Ziel: Statt Software und Hardware getrennt zu kaufen, kann man alternativ beides gemeinsam kaufen. Dabei erwirbt man  eine sauber aufeinander abgestimmte Kombination. Die Komplexität der Architetkur einer Lösung wird somit einfacher. (Kennen wir vom Kauf eines Sateliten-Receivers:  Man könnte ihn sich aus diversnen Teilen selbst zusammenbasteln. Dann hätte er genau den Leistungsumfang, den man möchte und könnte alles selbst bestimmen. Diese Komplexität möchte man vermeiden. Statt dessen kauft man ein fertiges Gerät.)

Die nächste Werbung schlug gleich in die Kerbe „Appliance“: Exadata V2 ist zwar ein Oracle-Produkt (es ist wirklich nicht auf Sun’s Preisliste zu finden, bitte bei Oracle nachfragen, dort steht es drauf!!!), doch ist die Hardware von Sun. Zentrale Bausteine sind die Flash-Fire-Karten, welche für den Großteil des Leistungsschubes verantwortlich sein werden. An der Exadata V2 sieht man aber eindeutig die Vorteile von Appliances: Die Komponenten sind sauber aufeinander abgestimmt: keine übertriebene Prozessorpower („nur“ 2,53GHz Nehalems) , RAM,  Flash und Platten im richtigen Proporz, einheitliches OS, schneller Interconnect, und Datenbanksoftware, die die Komponenten auch nutzen kann. Hätte man sich selbst mit der Architektur dieser Lösung beschäftigt, hätte der Einkauf einem ein Baukasten-x86-System vorgegeben und  spätestens beim Wort „Infiniband“ wäre die Netzwerkabteilung ausgerastet. Weniger Performance, mehr Kosten. So ist alles in einer Kiste, und bei Problemen ist statt vielen Abteilungen nur noch der Oracle-Support involviert.

IBM konterte und versuchte, den Planeten weiter smarter zu machen. Beeindruckend finde ich, dass sie dafür effizienter Öl fördern wollen (okay, hat auch Larry Ellison in seiner Keynote gemacht). Wie wäre es mit einer effizienteren Verbrennung? Naja, was erwartet man von einem Unternehmen, dessen CEO zugleich im Aufsichtsrat von Exxon Mobile sitzt

So oder so, IBM konterte mit einer eigenen – aber nicht so leistungsfähigen – Appliance. Darauf antwortete Oracle mit einer Wette:

Bin mal gespannt, ob irgendwer die Wette annimmt. Die Bedingungen sind hart, aber nicht unmöglich. Die letzte Anzeige wiederholt die erste:

Diesmal mit Benchmark. Diesmal ohne Strafe. Diesmal mit ein bischen mehr Häme gegenüber IBM.

Womit doch klar sein dürfte, gegen wen die Angriffe laufen. Es gibt ein einziges Ziel. Das ist groß, blau und will den Planeten smarter machen. Sun und Oracle bauen smartere Computer.  Ich liebe diesen Teil der Werbung.

Wer Suns Version von Werbung gewohnt ist – also Produktmerkmale, Technologie und noch mehr Technik – wird enttäuscht sein. Dennoch: Mit dieser einfachen Werbung kommt und bleibt man im Gespräch. Und das ist etwas, was Sun gefehlt hat. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.


Schlanke Virtualisierung

Wieviel Leistung kostet Virtualisierung? Es gibt jetzt zwei SAP SD-2tier-Benchmarks, mit denen man zumindest ein Gefühl für die Beantwortung dieser Frage bekommen kann:

2009034: Sun Fire x4270, Solaris 10, Solaris Container as Virtualization, 8vCPUs (half the CPUs available in the box), Oracle 10g, EHP4: 2800 SD-User.

2009029: Fujitsu Primergy RX 3000, SuSE Linux Enterprise Server 10, VMWare ESX Server 4.0, 8vCPUs (half the CPUs available in the box), MaxDB 7.8, EHP4: 2056 SD-User.

Vereinfacht: Zwei „halbe Nehalem-Boxen“.

Dann interpretieren wir mal:

Zunächst: Dank Intels Hyperthreading kann man nicht einfach von der Leistung einer halben Box auf die ganze Box schließen: Hyperthreading bedeutet, dass bei 8 vorhandenen Kernen bis zu 16 Threads simultan abgearbeitet werden. Das bedeutet aber nicht, dass der jeweils zweite Thread die gleiche Auslastung erreicht wie der erste. Daher sind die Resultate durchaus im erwarteten Rahmen.

Als zweiter Punkt: Ja, VMWare nutzt Linux und Sun Solaris. Logisch – beide mussten ein OS nutzen, das seitens SAP für die jeweilige Virtualisierungstechnologie freigegeben ist. Und ja, ich hab auch schon darüber geschrieben, dass Solaris bei gleicher Hardware im SD-Becnhmark mehr leistet als Linux. Aber: Das sind rund 36% Unterschied hier, mehr als ein Drittel. Das kann man nicht alleinig dem Linux zuschreiben. Da war mehr im Spiel – die Virtualisierung hat definitiv einen nicht unerheblichen Einfluss gehabt.

Wieviel „Penalty“ hat denn nun der VMWare Hypervisor, oder wieviel Vorsprung haben denn nun die Solaris Container? Das ist schwierig zu beantworten. Nimmt man an, dass Linux und Windows im neuen EHP4-Benchmark vergleichbar gut sind, dann ist der Solaris-Vorsprung irgendwo zwischen 15 und 20%. Den Rest darf jeder Selbst errechnen.


The Network is the Computer

Bei Sun hört man immer wieder den Satz:
„The Network is the Computer.“
Es gibt nur wenige IT-Firmen, die seit ihrer Gründung immer den gleichen Werbespruch verwenden. Bei Sun gab es auch immer wieder zusätzliche Slogans, aber das Netzwerk war immer dabei.

Nun gibt’s eine Seite, auf der ein schönes Sammelsurium von Sun-Spezialitäten und -Eigenheiten zusammengetragen wurde:
http://thenetworkisthecomputer.com – A Tribute to Sun Microsystems.

Viel Vergnügen!


Technical Toys: Sun Ray 270 with Windows XP, Open Solaris and Meta Kiosk

[Aufgrund entsprechender Nachfragen gibt es diesen Artikel auf Englisch. Sollten in den Kommentaren viele noch die deutsche Version wünschen, werde ich sie nachliefern.]

Today I like to present my version of an internet and music station: a Sun Ray 270 (the one with the integrated TFT). Okay, maybe my decision is a little bit biased by my preference for Sun technology – but it’s always a pleasure to use tools, gears and gadgets not exactly in the way their inventors planned.

To ensure acceptance in the family, it’s important that Windows is running on the Sun Ray, ITunes delivers the music, Thunderbird shows all private mailboxes, Firefox is used for Web, and www.die-maus.de, www.playmobil.de, www.lego.de and all other pages containing business enabling information for my 8 year old son must work without any problem. On top, some educational software provided by the local primary school has to run. Especially the last two points are mission critical, so at least my son needs Windows as Desktop OS on the Sun Ray.

The Sun Ray server is my homeserver, an Intel Atom 330 powered homebrewed machine running Open Solaris 2009.06. This machine runs the Sun Ray Server, Sun Ray Connector for Windows and Virtual Box (and Windows XP as a virtual machine in headless mode). So, you maybe ask yourself whether a nettop CPU has enouth power to run all this software? Well, it has enough power to run all this software and also run some ZFS CIFS and NFS shares, but if you start more than one firefox running some complex flashgames …  well, maybe „slow“ is the right word. And the 2 GB of memory are maybe not enough. So stay tuned, a new Athlon II based homeserver is coming soon…

Back to the Sun Ray: Sun xVM VDI provides everything that is needed to run Windows on Sun Rays in very large and complex landscapes, including a very sophisticated integration with VMWare Infrastructure or Virtual Box. Quite impressive technology, but nothing for a small home deployment. For my purposes, it’s enough to run one single Sun Ray (maybe in a few months a second and a third), without all these highly sophisticated management features. So I decided to give Virtual Box in headless mode a try. Headless mode means, Virtual Box uses a RDP server and gives access to the virtual machine to any RDP client. Of course, „any RDP client“ includes the RDP client for Sun Ray Server called Sun Ray Connector for Windows.

The installation and configuration of Sun Ray Server and the connector is not straight forward on Open Solaris 2009.06:

  • The installation procedure for Open Solaris 2008.11 of the Sun Ray User Community is a good starting point.
  • There is also a small section about Open Solaris 2009.06 issues on the bottom of this page. There are several issues making your installation complicated. Please refere to the installation procedure to see the solutions:
    • The Motif issue should be resolved (or at least be easily resolvable) in all newer installations. BTW, installed Motif libraries are also helpful if you have problems using Sun Secure Global Desktop to access remote computers with Open Solaris.
    • The cumbersome cold restart to get the Sun Ray Server up after a reboot can be fixed by replacing some line of code in utcleanup script.
    • Very strange is the problem caused by „Volo“: Your Sun Ray stalls in stage 26/27 after connecting to the Sun Ray Server. The workaround described in bug (6795891)  works, you have to edit /etc/sock2path and replace some lines.
  • pkg install SUNWmfrun SUNWtltk SUNWdtbas

After one hour of debugging my Sun Ray presented the Login Screen and I was able to log in to Open Solaris.

To connect the Sun Ray direct to the Virtual Box, I had to change the default session for the pseudo token of the Sun Ray to the so called Kiosk mode. Kiosk mode means to disable the Sun Ray authentication capabilities for a certain token (mostly the pseudo tokens, each Sun Ray transmits if no smartcard is present) and direct connect it to a session. It’s great to use Sun Rays as public surf stations, but it’s also the simplest way to connect a Sun Ray to a Windows Terminal Server. And – in my case –  to connect it to a virtual machine.

The virtual machine is is a small and clean WindowsXP in Virtual Box, started in Headless Mode:

homeserver# nohup VBoxHeadless -s WindowsXP &

If you start the Virtual Box after Sun Ray Server, the session of the pseudo token maybe not connects to the Virtual Box. Maybe you find a message like

unable to start kisok mode

in the logfiles (looking for logfiles? Try /var/opt/SUNWut !). That’s because the Kisok mode does not retry to connect. So make shure your VBox is already up and running when turning on the Sun Ray.

And then… Windows on the Sun Ray!

But wait – maybe not quite the solution for a long term: It’s exactly one VM running exactly one Windows …  what will happen if more than one Sun Ray tries to start a kisok session? Sun Ray Connector will start to establish a second RDP session, and this will fail:

Aug 12 21:55:57 seeloewe2 kioskcrit: [ID 702911 user.notice] Info: critical application uttsc (pid=4727) exited with non zero status: 3
Aug 12 21:55:57 seeloewe2 kioskcritd[4496]: [ID 422571 user.info] Info: a critical application has exited.
Aug 12 21:55:57 seeloewe2 kioskcritd[4496]: [ID 652842 user.info] Terminating Kiosk Primary Session ( pid=4727 )
Aug 12 21:55:57 seeloewe2 kioskcritd[4496]: [ID 308018 user.info] kioskcritd stopped

So, no second access to the same Windows desktop. There’s an easy solution: Meta Kiosk provides the necessary capabilities to run several different kiosk modes.That’s pretty cool: The Sun Ray pseudo token now connects to a VM for my son, my Sun Badge connects to an ordinary Open Solaris desktop, my banking card connects to my online banking software running in a special secured Windows…

I need more tokens!!!

BTW: Is there a WORKING plugin for Nagios/Icinga out there to check a Sun Ray Server?


Die Aktionäre stimmen zu…

ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Roten Riesen: Die Aktionäre haben gerade dem Kauf von Sun durch Oracle zugestimmt.


Webmin für OpenSolairs

Okay, die einzige grafische Oberfläche, die ein Unix-Admin wirklich braucht, ist eine Shell. Aber ein paar weitere grafische Tools sind auch nicht schlecht.

Eines dieser grafischen Tools ist Webmin. Mit ihm kann man die gängigen Serverdienste auf einen unixoiden OS steuern – und zwar grafisch und bunt, teilweise sogar mit ein wenig hinterlegter Logik.

Bei OpenSolaris ist Webmin recht einfach nachzuinstallieren – und er ist so vor allem richtig gut vorkonfiguriert.

jan@seeloewe2:~# pfexec pkg install SUNWwebmin
DOWNLOAD                                    PKGS       FILES     XFER (MB)
Completed                                    1/1 15922/15922   16.29/16.29

PHASE                                        ACTIONS
Install Phase                            17554/17554
PHASE                                          ITEMS
Reading Existing Index                           9/9
Indexing Packages                                1/1

Okay, sensationell. Installation mit OpenSolaris-Bordmitteln ist wirklich nicht so außergewöhnlich, dass man darüber bloggen müsste. Der nächste Schritt folgt auch streng der Installationsanleitung. Einmal das Setup-Skript von Webmin laufen lassen.

jan@seeloewe2:~$ pfexec /usr/sfw/lib/webmin/setup.sh
***********************************************************************
*            Welcome to the Webmin setup script, version 1.340        *
***********************************************************************
Webmin is a web-based interface that allows Unix-like operating
systems and common Unix services to be easily administered.

Installing Webmin in /usr/sfw/lib/webmin ...

***********************************************************************
Webmin uses separate directories for configuration files and log files.
Unless you want to run multiple versions of Webmin at the same time
you can just accept the defaults.

Config file directory [/etc/webmin]: Log file directory [/var/webmin]:
***********************************************************************
Webmin is written entirely in Perl. Please enter the full path to the
Perl 5 interpreter on your system.

Testing Perl ...
Perl seems to be installed ok

***********************************************************************
Operating system name:    Sun Solaris
Operating system version: 11

***********************************************************************
Webmin uses its own password protected web server to provide access
to the administration programs. The setup script needs to know :
 - What port to run the web server on. There must not be another
   web server already using this port.
 - The login name required to access the web server.
 - The password required to access the web server.
 - If the webserver should use SSL (if your system supports it).
 - Whether to start webmin at boot time.

Web server port (default 10000):
Login name (default admin): Login password: ***************************
***********************************
Creating web server config files..
..done

Creating access control file..
..done

Creating start and stop scripts..
..done

Copying config files..

..done

Changing ownership and permissions ..
..done

Running postinstall scripts ..
..done

Attempting to start Webmin mini web server..
..done

***********************************************************************
Webmin has been installed and started successfully. Use your web
browser to go to

  http://seeloewe2:10000/

and login with the name and password you entered previously.

Auch wieder wenig Arbeit. Lediglich der Default-Port konnte angegeben werden. Die URL funktoniert übrigens sofort.

Nicht funktioniert der Login als root. Logisch, root darf sich bei OpenSolaris nicht direkt einloggen. Also muss ein Workaround her. Fündig wurde ich im Observatory. Man muss Webmin so einrichten, dass ein anderer User an die Module darf.

Ein wenig nacharbeit ist dennoch erforderlich: SSL ist im Normalfall ausgeschaltet. Das könnte zwar so bleiben, wenn man im lokalen Netz keine Sicherheitslücken hat. Doch von einem Netz ohne Sicherheitslücken auszugehen, welches WLAN, Internetzugang und Notebooks umfasst, wäre mehr als fahrlässig.

Lustig ist, dass man diesen Task bereits per Webmin erledigen kann: In Webmin einloggen, „Webmin Configuration“ auswählen, „SSL Encrytion“ auswählen und dort dann einschalten.

Im Bereich „Webmin Configuration“ wird auch angezeigt, dass Webmin angeblich nicht beim Reboot gestartet wird. Webmin meint, sich per init-Skript starten zu wollen.

Init-Skript – irgendwie legacy. Ein Blick in die svcs-Konfiguration zeigt, dass bei der Installation des Paketes ein Eintrag im SMF erstellt wurde (geht übrigens nicht nur per Shell, auch im Webmin sieht man die SMF!)

jan@seeloewe2:~$ pfexec svcs -v|grep webmin
online         -             10:07:11    104 svc:/application/management/webmin:default

Manifest und methods sind auch da, und siehe da, auch nach einem Reboot ist Webmin noch da.


Warum SAP auf Solaris?

Gut, ich bin geringfügig „biased“, wenn es um Solaris geht – ich mag dieses OS einfach sehr.

Solaris ist einfach hochperformant und trotzdem wieder genial einfach. Das sieht auch mein Freund und Kollege Volker Wetter so: Er hat in unserem Wiki 10 Gründe für SAP auf Solaris zusammengestellt. Diese seien hiermit wärmstens empfohlen. Er geht dabei sowohl auf technische, aber auch auf rechtliche Aspekte ein.

Viele der Gründe lassen sich auch auf Nicht-SAP-Einsätze übertragen, somit ist die Präsentation auch für Nicht-SAP-Solaris-Liebhaber, aber vor allem für Solaris-Noch-Nicht-Liebhaber gedacht.


Der neue SAP-SD-2tier-Benchmark

Seit heute gibt es tatsächlich einige Resultate zum neuen SAP-SD-2tier-Benchmark. Und in meinem anderen Posting habe ich ja schon angekündigt, mich ein wenig intensiver mit den Änderungen bei SAPS und User zu beschäftigen, um ein wenig Klarheit ins Dunkel zu bringen. Wobei eine Einschränkung gilt: Ich beschäftige mich nicht vom Hauptberuf her mit Benchmarking, da gibt es berufenere und fähigere Leute als ich.

Was ändert sich nun durch den neuen Benchmark, der gerne mit dem Kürzel „EHP 4 unicode“ abgekürzt wird?

1. Das SAP Release ist auf das Enhancement Package 4 gehoben worden: Dazu muss man verstehen, dass der SD-Benchmark ein funktionierendes SAP-ERP-System als Basis nutzt – auf einem SAP-ERP wird immer wieder die gleiche Aktionen  durch viele User durchgeführt. Diese Aktionen spielen sich alle im Bereich Sales & Distribution ab, daher der Namesbestandteil „SD“. Dieses System erfuhr nun ein „Upgrade“ auf die aktuellste Version, die den Name „ERP 6.0 EHP 4“ trägt.

2. Das Customizing wurde verändert. Jetzt auch noch in die Untiefen des ERP hinein schauen? Ist notwendig: Der General Ledger, das Hauptbuch der Buchhaltung im ERP-System, wurde auf eine neuere Variante gehoben. Das bedeutet mehr Arbeitsschritte, aber auch eine exaktere Simulation. Zudem wurde die Prüfung der Kreditwürdigkeit hinzugenommen. In realen Systemen ist diese meistens auch aktiviert, daher erhöht auch dies den Realitätsgrad des Benchmarks.

3. Unicode als Codepage wurde vorgeschrieben, wie auch schon für neue Installationen oder seit je her für den Java-Stack.

4. Die maximale zulässige Antwortzeit wurde auf 1 Sekunde gesenkt.

Welche dieser vier Maßnahmen hat nun welche Auswirkungen?

1. Das Enhancement Package 4 dürfte nur wenig Auswirkungen haben. Wie der Name schon sagt, erweitert es streng genommen nur die Funktionen, welche im ERP-System vorhanden sind, um neue. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die ein-  oder andere Funktion durch das EHP verändert wird, um neue Funktionen zu integrieren. Selbst wenn die neuen Funktionen nicht genutzt werden, so ist schon davon auszugehen, dass EHP 4 das System geringfügig „hunriger“ macht.

2. Das neue Customizing dürfte richtig Leistung kosten: Das veränderte Hauptbuch und die hinzugekommene Kreditwürdigkeitsprüfung werden ihren Tribut verlangen, ich würde mit 10%  rechnen, vielleicht sogar mehr.

3. Unicode, der Dauerbrenner. Es wurde eigentlich schon alles gesagt. 15% im Schnitt. Auf manchen Systemen mit schmalbandiger Speicheranbindung oder bei Betriebssystemen mit merkwürdigen Unicode-Implementierungen mehr.

4. Kürzere Warteschlange. Ein schwieriges Thema, bei dem man ein wenig ausholen muss. Zunächst die Frage, ob überhaupt ein Impact da ist: Der SD-Benchmark misst den Durchsatz, wie viele Orderline-Items in einem Zeitintervall verarbeitet werden. Die User sind – vereinfacht ausgedrückt – hiervon direkt abhängig, da jeder User eine vergleichbare Last für das System darstellt. Natürlich gibt’s da ne Schwankung in der Verarbeitungszeit, da jeder User nur eine ähnliche, nicht aber die identische Last bedeutet. Diese Schwankung schlägt sich in der Warteschlange und der dort verbrachten Zeit nieder (Dort geht übrigens die meiste Zeit ‚drauf, die Prozessorzeit ist nur ein Bruchteil der Gesamtzeit). Nun ein wenig Warteschlangentheorie: Je länger die Warteschlange, desto höher wird die durchschnittliche Auslastung des Prozessors, und desto mehr Transaktionen  wird er in einer Zeiteinheit abarbeiten können (nicht weil er schneller wäre, sondern weil genügend Arbeit da ist!)

Nun bedeutet eine Halbierung der Warteschlangenlänge nicht zwangsläufig eine Halbierung der Auslastung. Wenn die Warteschlage eh schon hoffnungslos zu lang ist, wird eine Halbierung zwar die Durchlaufszeit fast halbieren, nicht aber die Auslastung. Dennoch: Bereits bei den aktuellen Benchmarks fällt die Auslastung der gleichen Maschine (die beiden HP-Benchmarks 2009004 und 2008071) um etwa eine Prozentpunkt. Zusammen mit dem Wissen um die veränderte Last, die der Prozessor hat, ergibt sich daraus ein Einfluss irgendwo zwischen 2% und 6%, den die Warteschlange auf den Durchsatz haben dürfte.

Hinzu kommt noch ein Nebeneffekt: Die Last wird nicht an einem System gemessen, sondern 1000 User teilen sich je ein ERP-System. Die Zeiten werden gemittelt. Meine benchmarkenden Kollegen beobachten  häufiger eine ungleiche Verteilung der Warteschlangenlängen. Im Mittel kam man dann auf die geforderten 2 Sekunden beim alten Benchmark, allerdings mit realen Zeiten zwischen 1 und mehr als 2 Sekunden. Man konnte mit einer 1-Sekunden-Warteschlange eine 3-Sekunden-Schlange „wegmitteln“. Das wird nun schwieriger. Um eine 2-Sekunden-Schlange wegzumitteln, benötigt man gleich 2 0,5-Sekunden-Schlangen.

Zusammenfassend kann man sagen: Die neue Version des SAP-SD-2tier-Benchmarks passt den Benchmark an die Realität an. Dabei haben Unicode und die Anpassungen im Customizing großen Einfluss auf die Last. Weniger spielen die Warteschlangenlänge und die neue Version eine Rolle. Letztendlich bleiben die Resultate vergleichbar, ein erster Umrechenfaktor lässt sich bestimmen (hier mal ein Dank an HP!).


Äpfel und Birnen – nee, Äpfel und Äpfel

Es gelten neue Benchmark-Regeln im SAP-SD-Benchmark, und seit dem kann man die Resultate endlich besser vergleichen. Unicode wurde Pflicht, das Customizing hat sich verändert. Alles in allem scheint der Benchmark zu seiner Vorversion etwa einen „Umrechnungsfaktor“ von 0.7 zu haben.

Der Umrechnungsfaktor errechnet sich folgendermaßen: HP und Fujitsu haben im Dezember letzten Jahres bereits Benchmarks mit Nehalem-Prozessoren veröffentlicht. Damals erreichte HP rund 25.000 SAPS (ECC 6.0 non-unicode) und 4995 SD-User (Zertifikat 2008071). Heute erreicht HP auf identischer Hardware und weitestgehend identischer Software 18030 SAPS (EHP 4, unicode) und 3300 User (Zertifikat 2009004). Somit gilt für die SAPS ein Faktor von etwa 0.72, für die User von 0.66. Wieso die User stärker betroffen sind als die SAPS-Werte, ist auf die neuen Parameter und eine kürzere Warteschlange zurückzuführen. Dazu sollte ich auch mal bloggen…

So oder so. Natürlich gab’s auch einen Benchmark von Sun auf einer vergleichbaren Maschine. Und siehe da: 20300 SAPS (EHP4 unicode) und 3700 User (Zertifikat 2009005), also rund 11-12% mehr SAPS und User.

Woran das liegt? Es wäre Spekulation, hier detailliert 2% hier oder 5% dort zuzuweisen. Die Benchmarks nutzen zwar weitgehend identische Hardware, doch wird es Unterschiede im Detail geben. Doch vor allem  ist klar, dass ein großer Teil der besseren Performance dem Betriebssystem zuzuschreiben ist, wie es schon bei dem ein oder anderen Ergebnis zu sehen war. Der Einfluss der Datenbank ist zwar vorhanden, doch nicht unbedingt so groß, da der Benchmark applikationszentrisch ist.


Open Dodecaeder im Heldenfunk

Seit Dezember letzten Jahres betreiben wir, das SAPonSun-Teams von Sun Microsystems, ein Wiki, in dem wir Idee, Anleitungen und Spielereien rund um SAP auf Sun sammeln. Anfang Januar hatten wir die Idee, wir bräuchten einen kleinen Eyecatcher, um unsere Seite ein wenig populärer zu machen.

So entstand – in einem kreativen Chat mit meinem Kollegen Volker – die Idee des Open Dodecaeders. Die Grundidee habe ich im Dynamicum in Pirmasens gesehen, das Origamidesign stammt von Nick Robinson. Unsere Idee war es nur, die Seiten nicht nur mit Kalendern zu bedrucken, sondern auch Cheat-Sheets darauf abzudrucken, beispielsweise für VI. Weitere sind im Entstehen.

Auch haben wir einen Wettbewerb ausgeschrieben: Wer eine oder mehrer Seiten für den Open Dodecaeder entwirft, kann ein originales Sun-T-Shirt gewinnen.

Heute wurde Open Dodecaeder „geadelt“ und zum Offiziellen Heldenspielzeug gehoben. Danke – ihr Münchner Helden!


JBODs bitte nicht anschreien

Vielen Dank an Constantin für den Link!


Äpfel und Birnen, reloaded

Neues aus dem Bereich Benchmarking. Die beiden 8-Sockel-Kontrahenden waren im Training und sind auf 2,7 GHz hochgerüstet worden. HP hat zusätzlich noch das Betriebssystem und die Datenbank getauscht. Also geht der Kampf vom letzten Mal in die nächste Runde

Nochmal im Kontrahenden:

In der Sonnigen Ecke: Sun Fire X4600M2 mit 32 Cores, verteilt auf 8 Prozessoren, die mit 2,7 GHz ihre 32  Threads abarbeiten. Dazu 128 GB RAM, Solaris 10, MaxDB 7.6, ECC 6.0 unicode.

Und aus der Garage der Erfindungen kommt: HP Proliant 785 G5 mit 32 Cores, verteilt auf 8 Prozessoren, die mit 2,7 GHz ihre 32  Threads abarbeiten. Dazu 128 GB RAM, Suse Linux und Oracle 10g, ECC 6.0 non-unicode.

Das Endergebnis: Sun Fire X4600M2 liefert 39370 SAPS (Zertifikat 2008070, entspricht 7850 SD-User), der Proliant 785 G5 kommt auf 35.400 SAPS (Zertifikat 2008064, entspricht 7010 SD-User). Über den Einfluss von Unicode muss ja nichts mehr gesagt werden.


Server + Storage + Solaris

Gestern und heute kann man bei vielen Sunnies was über die neuen Storage-Systeme von Sun lesen. Im Storage-Blog gibt’s nen riesen Artikel, die Fishworker verschalten zwei VMWare-Demo-Instanzen, Jörg Möllenkamp stellt die drei Maschinen vor, im Open Storage Blog folgt man der Amber Road, David Balsingame macht sich über die werten Mitbewunderer Gedanken…

Eigentlich ist ja alles gesagt, trotzdem.

Die Idee zu den „Sun Storage 7000 Unified Storage Systems“ ist einfach und bestechend: Man kombiniere Sun-x86-Maschinen mit preiswertem Storage. Das Ganze kombiniere man mit teuflisch schnellen SSDs, um mehr Performance zu haben. Preiswerte, ausgezeichnete Hardware, ohne Heimlichtuerei. Keine gekapselte Appliance, die Bestandteile sind bekannt, die Bundles sind neu.

Dann gebe man das beste Betriebssystem auf diesem Planeten dazu und zuletzt versehe man es mit einem richtig übersichtlichen Userinterface. (Okay, letzteres ist neu und Bestandteil des Bundles).

Clonen, Snapshots, Checksummen, Replikation, Hochverfügbarkeit, detaillierte Performance-Messung, Fault-Detection, intelligentes Einbinden der SSDs – alles Features, die mit ZFS, DTrace und anderen Bestandteilen von Solaris zuverlässig und sofort realisiert werden können. Und diese haben jetzt eine eine Benutzeroberfläche, die so manchen vor Neid erblassen lassen wird.

Und das ohne Geheimnisse. Alles „open“.

Bin mal auf die Reaktionen der werten Mitbewunderer gespannt.

Ach ja: CIFS, NFS, ISCSI, …, alles im Grundpreis enthalten.


The IT-Guy is back on Amber Road…


Äpfel und Birnen, nächste Runde

Der SAP-SD-Benchmark ist schon herrlich. Hat was von Boxkämpfen. Letzte Woche gab es einen Kampf im Schwergewicht der x86-Klasse.

  • In der sonnigen Ecke: Sun Fire X4600M2, 8 Prozessoren, 32 Cores, 32 Threads, Quad-Core AMD Opteron 8360 SE, 2.5 GHz, 128 GB RAM
  • In der staubigen Hinterhofgarage aka Invent-Garage: HP ProLiant DL785, auch 8 Prozessoren mit 32 Cores, 32 Threads, Quad-Core AMD Opteron 8360 SE, 128 GB RAM

(Gut, ich hätte auch schreiben können: Identisch ausgestattete 8-Core Opteron-Maschinen von HP und Sun.)

Die Kontrahenden legen beide los und messen sich im Abfertigen von SD-Usern. Die X4600M2 erreicht schwitzend 5.800 SD-User (entspricht 29. 670 SAPS, siehe Zertifikat 2008061). Der räumlich größere ProLiant macht schon bei 5.230 SD-Usern schlapp (das sind 26.180 SAPS siehe Zertifikat 2008026). Sieg nach Punkten eindeutig für Sun. Die X4600M2 ist die schnellste 8-Sockel-x86-Maschine.

Der ProLiant hat zwar das gleiche Kampfgewicht, doch kämpft er mit anderen Bandagen. Während Die X4600M2 multikultikompatibel mit einem Unicode-Benchmark antritt, beschränkt sich der HP auf non-unicode. Liebe HP, verwendet doch auch mal Unicode. Klar, das kostet rund 15% der Punktzahl, dafür ist es dann aber eher vergleichbar.

Ebenfalls nicht Identisch: Die Betriebssysteme und die Datenbanken. Solaris vs. Windows, MaxDB vs. MS-SQL. Womit wir bei der nächsten Frage wären: Wie hoch ist der Einfluss des Betriebssystems und der Datenbank auf den Benchmark? Von der SAP gibt es dazu leider nichts eindeutiges, und ich habe auch keinen Benchmark der gleichen Maschine mit Windows und Unix auf die Schnelle gefunden. Persönlich würde ich den Einfluss von OS und DB nicht unterbewerten wollen. Dennoch kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, ob es jetzt an HP oder an Microsoft liegt, dass die HP-Maschine zwischen 10% und 25% langsamer ist als die von Sun.

Naja, mal wieder Äpfel und Birnen im direkten Vergleich.


Äpfel und Birnen im direkten Vergleich

Sonntags auf Heise:

Bei den Vierprozessorsystemen konnte sich HPs ProLiant DL580 G5 mit Windows Server 2003 und Microsoft SQL Server 2005 mit 5155 SD-Usern(1,97 s, 25.380 SAPS) klar vor Suns Fire X4450 mit Solaris 10 und MaxDB 7.6 behaupten, das nur auf 4600 SD-User (1,94s, 23120 SAPS) kommt. Nur knapp dahinter ist schon der mit dem energiesparenden Xeon E7450 bestückte HP ProLiant BL680c G5 zu finden, der 4432 SD-User (1,99s, 22.180 SAPS) bedienen kann.

Äpfel und Birnen in einem direkten Vergleich.

Der SAP-SD-Benchmark existiert in verschiedenen Versionen. Welche Version genutzt wurde steht in den Benchmark-Tabellen der SAP. So verwendet eine Variante Unicode, die andere nicht. Es ist logisch, dass die erstgenannte Version mehr Last darstellt, und dass identische Maschinen bei Verwendung des Unicode-Benchmarks kleinere Werte erreichen als beim Non-Unicode-Benchmark. Üblicherweise liegt die Mehrlast eines Unicodesystems bei aktuellen CPUs rund 15% höher als bei Non-Unicode.

Die beiden HP-Benchmarks sind direkt vergleichbar: beides sind Non-Unicode-Benchmarks.

Der Sun-Benchmark ist ein Unicode-Benchmark.

Immerhin kann man sagen: Sun hat den schnellsten Unix-4-Prozessoren-6-Kern-x86-Server.