IT-Security & Sunny Cases

Archive for November, 2008

PVR für DVB-S2 gesucht

Aus der Serie: “Probleme, die anscheinend außer mir kein Mensch hat”. Ich suche einen neuen PVR für DVB-S, idealerweise mit DVB-S2, HDTV und alles, was sonst noch Spass macht. Allerdings habe ich eine Anforderung, die anscheinend nicht alltäglich ist: Ich möchte Aufnahmen nicht nur auf der eingebauten, garantiert zu kleinen Festplatte unterbringen, sondern diese ohne FTP oder irgendwelche Spezialsoftware auf meinen Homefiler verschieben, im Idealfall sogar direkt bei der Aufzeichnung darauf schreiben. Der Filer spricht iSCSI, CIFS und NFS (und kann auch sonst alles, was ZFS so hergibt).

Wenn man diese Anforderung vor einem Mitarbeiter eines ortsansässigen Unterhaltungselektronikhändlers ausspricht, scheint man einen Bufferoverflow auszulösen. Jedenfalls verzieht der Mitarbeiter sich hinter einer Firewall von Aussagen, die nichts mit der Frage zu tun haben. Bei Mediamarkt-Rothemden führt es zu einem “Könnten Sie mir die Frage mal erklären? Das hat noch nie jemand gewollt.”

Wichtig ist auch, dass das Gerät familientauglich ist. Beta-Open-Source-Linux-Images für Kathrein UFS 910 scheidet also aus – ich möchte, dass das Gerät direkt, ohne garantiegefährdendes Imagen mit unsupporteten Linuxen, meine Anforderungen erfüllt, seinen Dienst tut und funktioniert. Im IT-Deutsch nennt man das eine “Appliance”. Kostet mehr als die Einzelteile, funktioniert aber in aller Regel und tut was sie soll.

Ausgeschieden sind bislang

  • diverse Kathrein-Receiver (Sie benötigen eine proprietäre Software names MF-Server, die anscheinend nichts anderes als eine Bedienoberfläche für CIFS-Freigaben ist),
  • Humax iCORD (da konnte mir niemand eine genaue Angabe machen, und niemand war bereit, das Gerät, wenn es nicht so tut wie ich will, auch wieder zurückzunehmen),
  • AB-COM IPBOX 9000 HD (Laut Handbuch geht’s nicht, in Foren findet man Anleitungen, die mein Sohn bestimmt noch nicht umsetzten kann. Also nicht familientauglich. Außerdem recht teuer)
  • die Dreamboxen (Scheinen zwar auch eierlegende Wollmilchsäue zu sein, doch nicht unbedingt familientauglich. Da gibt’s auch 10.000 Anleitungen – doch spätestens bei dem Satz, “Loggen Sie sich per SSH auf der Dreambox ein”, wird mein Sohn nur noch fragen, was denn SSH sei.)
  • diverse Topfield-Receiver (Nie wieder.)

Noch im Rennen sind folgende Geräte

  • TechniSat Digicorder HD S2: Laut Webseite von TechniSat wurde mit dem neusten Update des OS der Support für CIFS-Laufwerke nachgebastelt. Auf meine Nachfrage, ob das auch die Aufzeichnung auf solche Freigaben beinhaltet, gab’s leider noch keine Antwort.
  • ReelBox Avantgarde: Scheint alles zu können, was ich möchte. Der Preis ist mit rund 1000 Euro allerdings nicht gerade niedrig.

Beide Geräte haben ihre Fans, beide Geräte haben ihre Vorteile und Nachteile. Die ReelBox scheint sehr aktiv weiterentwickelt zu werden, da scheint es regelmäßig Updates zu geben. Auch der Digicorder wird seitens TechniSat noch eifrig mit Updates versorgt – leider konnte ich ihn nirgends ausprobieren.

Mal weiter googlen und schauen, was es wird…

Trotzdem wundert es mich, dass solch eine Funktion heute nicht Standard bei jedem Gerät ist, dass eine Ethernet-Schnittstelle hat: Es gibt eine Unmenge an NAS-Filern, Heimrouter mit Festplattenanschlüssen oder andere Netzwerkfestplatten. Diese sind meist einfach zu erweitern, sind auch ausreichend schnell für einen DVB-S-Stream und bieten Platz ohne Ende. Die Receiver kämen ohne Platte aus und bräuchten wohl nicht mehr ganz so häufig aktiv gekühlt zu werden, weil einfach mehr Luft im Gehäuse zirkulieren kann. Technisch ist es wohl auch nicht das große Problem, CIFS- und NFS-Clients gibt’s für so ziemlich jedes OS. Warum also dieses Gemache mit USB-Festplatten oder internen Platten. Ich will meine Daten durch’s Kabel schieben, nicht durch die Gegend tragen.

PS: Ein Kollege sucht was vergleichbares gerade für DVB-T, ich bin also doch nicht alleine!


The Matrix runs on Windows

gefunden bei Geekblogger:


Schon wieder: Flug ausgefallen / JOG

Der n-te Artikel über das Fliegen: Daher gibt’s ab heute eine neue Kategorie: “Schöner Flughafen” – frei nach Douglas Adams. Immerhin lernt man so lustige Abkürzungen kennen.

Gestern war es ein AOG, Aircraft on Ground; welcher dann zu einem FIM (Flight Interruption Manifest) für mich führte.  Heute war WX (das Wetter) für ein HLDG (Holding, Warteschleifen) und dann ein CANC (Cancelled, Flug gestrichen) in SCN (Saarbrücken) verantwortlich. FG (Fog, Nebel) mit einer gefühlten Sichweite von weniger als 30m veranlasste die Piloten von LG 9720 (LG = Luxair) und LG 9721, ihren Fluggästen aus LUX (Luxembourg) Rundflüge über dem Saarland ohne Mehrpreis anzubieten, und dann die Landungen abzubrechen und direkt weitern nach HAM (Hamburg) und MUC (München) zu fliegen. Toll. JOG (Jan on Ground).

Am Schalter von Luxair war dann eine längere Schlange aufgebrachter Reisender. Der angebotene Ersatzflug war zu spät, also Termine absagen…

Irgendwie scheint momentan in der Teilmenge der Luftfahrt, die ich wahrnehme, viel nicht zu funktionieren. Außer die Abkürzungen, von denen ich heute sehr viel mitbekommen habe.


Flug ausgefallen…

Heute mal ein wirklich cooler Lichtblick in der angeblichen Servicewüste Deutschland: Mein Flug Hamburg-Saarbrücken mit Cirrus wurde gestrichen (keine Ahnung warum, war nicht herauszubekommen). Am Ticketschalter erklärte man mir erst, es gäbe nur die Möglichkeit, nach Frankurt zu fliegen und von dort dann mit “Ground Transportation” zum Saarbrücker Flughafen gebracht zu werden. Toller Ausflug, das sind rund 160-200km, 2:30 Stunden Verzögerung sind das mindestens wenn man mit dem Bus unterwegs ist.
Aber es kam besser: Ich wollte gerade neu einchecken, da ergreift der Agent am Check-in die Initiative und bucht mich auf Restkapazitäten des Luxairflug nach Luxemburg über Saarbrücken, nur 40 Minuten später als der ausgefallene Cirrus-Flug. Also nur 40 Minuten zu spät statt mehr als 2 Stunden. Das macht Freude! Vielen lieben Dank auch auf diesem Weg! Das war super Service!


Server + Storage + Solaris

Gestern und heute kann man bei vielen Sunnies was über die neuen Storage-Systeme von Sun lesen. Im Storage-Blog gibt’s nen riesen Artikel, die Fishworker verschalten zwei VMWare-Demo-Instanzen, Jörg Möllenkamp stellt die drei Maschinen vor, im Open Storage Blog folgt man der Amber Road, David Balsingame macht sich über die werten Mitbewunderer Gedanken…

Eigentlich ist ja alles gesagt, trotzdem.

Die Idee zu den “Sun Storage 7000 Unified Storage Systems” ist einfach und bestechend: Man kombiniere Sun-x86-Maschinen mit preiswertem Storage. Das Ganze kombiniere man mit teuflisch schnellen SSDs, um mehr Performance zu haben. Preiswerte, ausgezeichnete Hardware, ohne Heimlichtuerei. Keine gekapselte Appliance, die Bestandteile sind bekannt, die Bundles sind neu.

Dann gebe man das beste Betriebssystem auf diesem Planeten dazu und zuletzt versehe man es mit einem richtig übersichtlichen Userinterface. (Okay, letzteres ist neu und Bestandteil des Bundles).

Clonen, Snapshots, Checksummen, Replikation, Hochverfügbarkeit, detaillierte Performance-Messung, Fault-Detection, intelligentes Einbinden der SSDs – alles Features, die mit ZFS, DTrace und anderen Bestandteilen von Solaris zuverlässig und sofort realisiert werden können. Und diese haben jetzt eine eine Benutzeroberfläche, die so manchen vor Neid erblassen lassen wird.

Und das ohne Geheimnisse. Alles “open”.

Bin mal auf die Reaktionen der werten Mitbewunderer gespannt.

Ach ja: CIFS, NFS, ISCSI, …, alles im Grundpreis enthalten.


The IT-Guy is back on Amber Road…


RTFB: Das Ziegenproblem

Das Ziegenproblem gehört zu meinen Lieblingsproblemen in der Mathematik. Das Denken in Wahrscheinlichkeiten liegt dem Menschen einfach nicht. Wie sonst kommt es, dass jeden Morgen die gleichen Straßen verstopft sind.

Eines der ersten Bücher über Wahrscheinlichkeitsrechnung in meinen Fingern war das kurze und kurzweilige Taschenbuch “Das Ziegenproblem. Denken in Wahrscheinlichkeiten” von Gero von Randow) Darin geht es primär um das Ziegenproblem mit diversen Varianten – sei es dem Eingreifen von Außerirdischen, plötzlichem Gedächtnisverlust des Moderators oder durch ihren Geruch erkennbaren Ziegen.

Besonders beeindruckt die Breite, in der von Randow das Ziegenproblem betrachtet. Es erläutert ausführlich, wie es das Problem in die Presse geschafft hat. Darauf aufbauend beleuchtet er nicht nur die Frage, wieso das Ziegenproblem nun mal diese auf den ersten Blick uneinsichtige Lösung hat. Der fragt sich auch, warum so viele (hoch gebildete) Mathematiker diese Lösung nicht fanden, sich später nicht von der mathematisch schlüssigen Lösung nicht überzeugen ließen, und weshalb sie über die Lösung so wütend waren.

Seine Einführung in die Wahrscheinlichkeitsrechnung und insbesondere zu den bedingten Wahrscheinlichkeiten liest sich ausgezeichnet. Wer nicht unbedingt den mathematischen Tiefgang eines Lehrbuches benötigt, und einfach nur sich mal mit Wahrscheinlichkeiten beschäftigen möchte, wird hier fündig.

Außerdem kann man dann besser verrückte Wetten vorschlagen. Wer weiß schon, dass bei 40 Personen in einem Raum die Wahrscheinlichkeit, dass zwei der Personen am gleichen Tag Geburtstag haben, bei etwa 90% liegt…

Insgesamt ein kurzweiliger und doch lehrreicher Ausflug in die Stochastik. Ein klares RTFB.