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PVR für DVB-S2 gesucht

Aus der Serie: “Probleme, die anscheinend außer mir kein Mensch hat”. Ich suche einen neuen PVR für DVB-S, idealerweise mit DVB-S2, HDTV und alles, was sonst noch Spass macht. Allerdings habe ich eine Anforderung, die anscheinend nicht alltäglich ist: Ich möchte Aufnahmen nicht nur auf der eingebauten, garantiert zu kleinen Festplatte unterbringen, sondern diese ohne FTP oder irgendwelche Spezialsoftware auf meinen Homefiler verschieben, im Idealfall sogar direkt bei der Aufzeichnung darauf schreiben. Der Filer spricht iSCSI, CIFS und NFS (und kann auch sonst alles, was ZFS so hergibt).

Wenn man diese Anforderung vor einem Mitarbeiter eines ortsansässigen Unterhaltungselektronikhändlers ausspricht, scheint man einen Bufferoverflow auszulösen. Jedenfalls verzieht der Mitarbeiter sich hinter einer Firewall von Aussagen, die nichts mit der Frage zu tun haben. Bei Mediamarkt-Rothemden führt es zu einem “Könnten Sie mir die Frage mal erklären? Das hat noch nie jemand gewollt.”

Wichtig ist auch, dass das Gerät familientauglich ist. Beta-Open-Source-Linux-Images für Kathrein UFS 910 scheidet also aus – ich möchte, dass das Gerät direkt, ohne garantiegefährdendes Imagen mit unsupporteten Linuxen, meine Anforderungen erfüllt, seinen Dienst tut und funktioniert. Im IT-Deutsch nennt man das eine “Appliance”. Kostet mehr als die Einzelteile, funktioniert aber in aller Regel und tut was sie soll.

Ausgeschieden sind bislang

  • diverse Kathrein-Receiver (Sie benötigen eine proprietäre Software names MF-Server, die anscheinend nichts anderes als eine Bedienoberfläche für CIFS-Freigaben ist),
  • Humax iCORD (da konnte mir niemand eine genaue Angabe machen, und niemand war bereit, das Gerät, wenn es nicht so tut wie ich will, auch wieder zurückzunehmen),
  • AB-COM IPBOX 9000 HD (Laut Handbuch geht’s nicht, in Foren findet man Anleitungen, die mein Sohn bestimmt noch nicht umsetzten kann. Also nicht familientauglich. Außerdem recht teuer)
  • die Dreamboxen (Scheinen zwar auch eierlegende Wollmilchsäue zu sein, doch nicht unbedingt familientauglich. Da gibt’s auch 10.000 Anleitungen – doch spätestens bei dem Satz, “Loggen Sie sich per SSH auf der Dreambox ein”, wird mein Sohn nur noch fragen, was denn SSH sei.)
  • diverse Topfield-Receiver (Nie wieder.)

Noch im Rennen sind folgende Geräte

  • TechniSat Digicorder HD S2: Laut Webseite von TechniSat wurde mit dem neusten Update des OS der Support für CIFS-Laufwerke nachgebastelt. Auf meine Nachfrage, ob das auch die Aufzeichnung auf solche Freigaben beinhaltet, gab’s leider noch keine Antwort.
  • ReelBox Avantgarde: Scheint alles zu können, was ich möchte. Der Preis ist mit rund 1000 Euro allerdings nicht gerade niedrig.

Beide Geräte haben ihre Fans, beide Geräte haben ihre Vorteile und Nachteile. Die ReelBox scheint sehr aktiv weiterentwickelt zu werden, da scheint es regelmäßig Updates zu geben. Auch der Digicorder wird seitens TechniSat noch eifrig mit Updates versorgt – leider konnte ich ihn nirgends ausprobieren.

Mal weiter googlen und schauen, was es wird…

Trotzdem wundert es mich, dass solch eine Funktion heute nicht Standard bei jedem Gerät ist, dass eine Ethernet-Schnittstelle hat: Es gibt eine Unmenge an NAS-Filern, Heimrouter mit Festplattenanschlüssen oder andere Netzwerkfestplatten. Diese sind meist einfach zu erweitern, sind auch ausreichend schnell für einen DVB-S-Stream und bieten Platz ohne Ende. Die Receiver kämen ohne Platte aus und bräuchten wohl nicht mehr ganz so häufig aktiv gekühlt zu werden, weil einfach mehr Luft im Gehäuse zirkulieren kann. Technisch ist es wohl auch nicht das große Problem, CIFS- und NFS-Clients gibt’s für so ziemlich jedes OS. Warum also dieses Gemache mit USB-Festplatten oder internen Platten. Ich will meine Daten durch’s Kabel schieben, nicht durch die Gegend tragen.

PS: Ein Kollege sucht was vergleichbares gerade für DVB-T, ich bin also doch nicht alleine!

One Response

  1. Christian

    Hallo Kollege,

    ich habe ebenfalls nach einem solchen Gerät gesucht und die gleichen, meist sehr lustigen Aussagen der Fachberater bekommen. der von den T-Leuten meinte, ich wäre doch sehr abgefahren und den Möglichkeiten schon um einiges voraus….lach.
    Okay, ich habe einen normalen WinPC im Wohnzimmer integriert, der dann für alle Multimedia Angelegenheiten genutzt wird und auch akzeptiert wurde. Der PC beinhaltet eine DVB-S Karte und wird mit dem DVB-Viewer (shareware) angesteuert. Der lässt sich mit einem remote Service kombinieren und soll auch mit WOL zu starten sein. Nun kann ich übers WEB Interface parallel mehrere Sendungen eines Transponders aufzeichnen und bei mehreren DVB-S Karten auch von verschiedenen Transpondern aufnehmen. Der DVB-Viewer startet auch den Streaming Server per WOL, sofern es konfiguriert ist. Somit kann ich aus einer VirtualBox VM den DVB-Viewer (Win Gast) starten und der zieht den Streaming Server dann nach. Ich konnte auch bereits über das Internet einen TV Live Stream übertragen, der mit VLC on the fly transcodiert wurde.
    Die Family ruft von dem PC auch die bereits geschnittenen TV-Videos von meinem Home Server ab, so das das ganze schön rund wird. Der Home Server wird bei mir mit CIFS und auch iscsi betrieben und hostet noch 3-5 VirtualBox Gäste headless mit RDP übers Hhuseigene Gigabit Ethernet oder auch ins Internet.

    Wir können ja gerne mal Fachsimpeln….

    Gruß
    Christian

    29. April 2011 at 18:27

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