Foto des 12. September 2011
Jan 12. September 2011
Nachdem hier lange Zeit nichts mehr erschienen ist, wird es mal wieder Zeit für ein paar Fotos. Los geht es mit Lichtspielen in einem Trichter
Jan 12. September 2011
Nachdem hier lange Zeit nichts mehr erschienen ist, wird es mal wieder Zeit für ein paar Fotos. Los geht es mit Lichtspielen in einem Trichter
Jan 5. September 2011
Klaus Wowereit, Berliner Politiker, hat sich einen hässlichen sprachlichen Ausrutscher geleistet. In der ARD sagte er: “Wir sind dabei, die Länder zu erobern!”
Er meinte mit “Wir” die SPD, und mit Ländern meinte er die Bundesländer.
Eigentlich regte ich mich zunächst nur darüber auf, dass ein Politiker das Wort “erobern” verwendet. Das Wort hat einen sehr militärischen Unterton, den man als Politiker meiner Ansicht nach eher vermeiden sollte. Erobern ist in diesem Jahrhundert definitiv nicht mehr angemessen.
Dann wurde mir bewusst, was er da eigentlich gesagt hat: Er hat eines der Grundprinzipien der Demokratie in Frage gestellt. Das Volk wählt seine Vertreter, und es gibt die Regierungsgewalt per Wahl in die Hände dieser gewählten. Eine Wahl ist also ein Vertauensbeweis, das Volk vertraut die Macht den gewählten an.
Ein Eroberer geniesst nicht das Vertrauen des eroberten Landes. Er reisst die Macht an sich, und das unter Missachtung der in dem Land lebenden Einwohner. Ob das die Methode von Herrn Wowereit ist? Missachtet er die Einwohner der Länder und unterwirft sie, wenn er die Macht übernommen hat?
Ich hoffe es doch nicht, doch er sollte doch einfach weniger militärisch sich ausdrücken. Wie wäre es mit “Wir gewinnen in immer mehr Ländern”?
Jan 16. Juni 2011
Ich mag keine Werbeeinblendungen in anderem Content, egal ob im Fernsehn oder im Netz. Gerade im Netz werden diese häufig automatisiert “kontextsensitiv” zugeordnet. So wollte wohl der Tourismusverband im Salzburger Land gerne bei Bildern von Autobahnen und Fernreisen mit Lebensfreude in Österreich werben.
Kommt nur nicht gut an, wenn es um Verkehrstote bei Fernreisen auf Autobahnen geht:
Jan 12. Juni 2011
Mein Kollege und Freund Constantin hat mit kürzlich sein zweites, wenn man die Systemhelden mitzählt sogar sein drittes Blog gezeigt. Das Thema seines neuen Blogs ist die Ernährung, genauer gesagt sein Umgang damit. Er ist Paleosoph, und er meidet daher u.a. Getreideprodukte.
Als bekennender Knoblauchallegiker (vermutlich vampirische Vorfahren, ob Paleosophie für mich mehr Blutwurst und Blutorangensaft bedeuten sollte?) kann ich die Probleme beim Meiden bestimmter Zutaten gut verstehen. So kamen wir im Chat auch auf das Thema Convenience Food. Während Constantin sich über Fertigprodukte aufregt, die überflüssigerweise Mehle enthalten, ist mein “natürlicher” Feind auch wie der seine in alltäglichen Produkten enthalten – beispielsweise in Gemüsebrühe, Bratenfonds oder sogar bestimmten Brühwürfeln. Daher koche ich seit geraumer Zeit meine Brühen selbst. Constantin meinte, das sei gerade in unserer Generation so ungewöhnlich, dass ich doch mal darüber bloggen sollte. Schon verrückt: Wir nutzen iPads zum Eierkochen, aber etwas wie eine simple Gemüsebrühe…
Okay, seit der Erfindung des Brühwürfel macht das kaum noch jemand. Dabei ist es trivial: Gemüse in Wasser, kochen, kochen, kochen, fertig.
Man benötigt nicht mal das ganze Gemüse: Man wirft die Schalen, Endstücke oder Reste des Gemüses, dass man als “Beilage” eh kocht, in einen Topf und kocht diese so lange mit Wasser, bis der Geschmack im Wasser ist und nicht mehr im Gemüse.
Das ist natürlich zeitlich aufwändig. daher mache ich das Ganze heute etwas anders: Hier meine Anleitung zur Lagerung von Brühwürfelersatzflüssigkeit.
Zunächst koche man eine Gemüsebrühe, etwa 4 Liter Wasser, eine kleine Zwiebel, eine kleine Pastinake, eine-zwei Möhren, ein wenig Fenchel, Staudensellerie, Lauch, Petersilie. Alles richtig kleinschneiden, damit es viel Oberfläche hat. Für nette Farbeffekte sorgen dunkle Karotten, ein wenig Kurkuma oder rote Bete. Mein Tipp: Experimentieren.
Natürlich genügen auch entsprechende Mengen Schalen, Endstücke. Hauptsache es ist keine Erde mehr daran – zumindest nicht zu viel. Später wird die Brühe gefiltert, also machen ein paar Feststoffe nichts. Und da man das ganze sehr lange bei hoher Temperatur kocht, wird da kein Keim überleben. (Vitamine leider auch nicht – aber es geht um den Geschmack).
Fleischreste beispielsweise vom Parieren, kann man natürlich auch mit in die Brühe geben. Dann wird es halt eine Rinderbrühe, Hühnerbrühe, weiß-der-Geier-was-das-für-ein-Tier-war-Brühe.
Man kocht das ganze also aus, und dann filtert man es einmal. Je nach gewünschtem Resultat genügt ein feinmaschiges Sieb, oder ein Kaffeefilter, falls man keine Schwebestoffe will. Bis hierher also eine ganz normale Brühe – gefiltert.
Anschliessend kommt die erste Abweichung: man reduziert die Brühe auf ca. 1 Liter, man erzeugt sozusagen ein Konzentrat. In eine (oder mehrere) saubere Flasche(n) mit Deckel (sauber = richtig sauber, am besten mit heißem Wasser ausspühlen) füllt man dann die noch kochende Flüssigkeit langsam ein. Deckel drauf, und abkühlen lassen.


Beim Abkühlen bildet sich ein Unterdruck, der Deckel geht später also mit einem “Flopp” auf. Vor allem ist die Flasche und die Flüssigkeit praktisch keimfrei und luftdicht verschlossen. Also hält sie sich einige Zeit, und man länger an seiner Brühe. Ich verwende normalerweise Literflaschen, und ungeöffnet haben sie sich bislang immer recht lange gehalten. Und geöffnet habe ich sie innerhalb von 2-3 Tagen aufgebraucht und nur noch gekühlt gelagert. Klar – Garantie geben kann ich keine, und einen Langzeitversuch habe ich noch keinen gemacht. Nach 2 Wochen war bislang alles aufgebraucht
Jan 11. Mai 2011
Lichtspiele im Wormser Dom.
Zu meiner großen Freude muss in der Messe eine größere Menge Weihrauch genutzt worden sein, jedenfalls gab es sehr schöne Lichteffekte…
Jan 11. Mai 2011
Sorry, zu spät. Gestern waren die Geschenke noch verpackt… Aber das Bild kam halt einen Tag zu spät…
Jan 6. Mai 2011
Ich kann das Wort “Wutbürger” nicht mehr hören. Ja, das Wort wurde zum Wort des Jahres 2010 gewählt. Ich halte es – wie so manches andere – für eine eher ungeschickte Auswahl.
Diesen Blogeintrag witme ich der Lady, die Anfang dieser Woche, morgens, zwischen Mannheim und Augsburg, im Gang vor der geschlossenen Glastür meines Abteils des ICE, unheimlich genervt hat (okay, und diese Einleitung widme ich dem Lied “Meise vorm Fenster” des United Jazz & Rock Ensembles).
Ich stelle mir ernsthaft die Frage, ob neben 7 AKWs auch das Hirn dieser bekennenden Wutbürgerin, Umweltaktivistin und Leserin der Cosmopolitan (sagten diverse Sticker, Anstecker etc. auf ihrer Tasche) abgeschaltet wurde – zumindest bis auf eine Art Notkühlung zur Aufrechterhaltung der Lebenserhaltung.
Vince Ebert schreibt in der aktuellen “absatzwirtschaft”, Energiegewinnung sei eine “Wahl zwischen Pest und Cholera. Die Deutschen fordern dennoch die Alternative.” Genau so kam ich mir eben auch vor. Etwa in Höhe Mannheim erläutert die Dame einem wissbegierigen Pendant am anderen Ende der Handy-Verbindung, wie toll das Bahnfahren doch sei, welche Vorzüge die Neubaustrecke Mannheim-Stuttgart habe (geht so schnell), und wie wichtig der Weiterbau der Neubaustrecke nach Ulm sei. Sichtlich eine bekennende Beführworterin von Stuttgart 21, mit Hang zum permanenten Telefonieren. Schade, dass die Strecke Tunnel hat, was die Dame sichtlich nervte (was widerum mich nervte).
Ca. 20 Minuten später folgte ein Plädoyer für den Kopfbahnhof, in den wir kurz später mit gefühlten 5km einschlichen. Ob ein ICE bei diesem Tempo ein Kühlproblem bekommt? Mein Ohr bekam jedenfalls eines, und wäre ich in Japan, würde ich über das Fluten des Gangs mit Meerwasser nachdenken, um den schwäbelnden Reaktor am Handy runterzukühlen. Erhitzt folgte dem ersten Plädoyer eine Abhandlung zum Thema Hochgeschwindigkeitstrassen (die ja nur unnötig die Natur verschandeln), Pumpspeicherkraftwerke, Handymasten und ähnliche Übel.
Ich kam mir vor wie im falschen Film – oder wie im Artikel von Vince Ebert: Schnelle ICE-Verbindungen – aber auf historisch wertvollen Bahntrassen. Bei Tempo 250 in klarer Qualität telefonieren, aber ohne Handymasten. Vermutlich auch feinstaubfreie Innenstädte ohne Umweltplakete, Elektroautos mit 1000km Reichweite ohne Lithium-Minen in Südamerika und neue Kraftwerke, Windparks ohne Windräder, Hochspannungsleitungen ohne Stromleitungen, Solarzellen ohne Silizium, Kohlekraftwerke ohne CO2-Ausstoß etc.
Klar, viele dieser gegensätzlichen Forderungen werden zu Innovationen führen, die teilweise diese Gegensätze überbrücken werden. So legen sich ICEs mittlerweile in die Kurven, und fahren mit 130 statt 120 durch die Pfalz. Dass eine Neubaustrecke aber Tempo 250 zulassen und die zu fahrende Strecke deutlich verkürzen würde, ist auch klar. Aber die ist ja nicht vor der eigenen Haustür gewollt. Also zuckeln ich ab Saarbrücken in 2:01 nach Frankfurt mit der Bahn (155km Luftlinie), oder in 1:48 nach Paris (341km Luftlinie) – wohlgemerkt im gleichen rollenden Material.
Mir kommt es so vor, als ob vielen die Folgen ihrer Forderungen nicht bekannt, zumindest aber nicht bewusst sind. Beispiel Kernenergie, bzw. Beispiel Substitution von Kernkraftwerken durch Kohleblockheizkraftwerke. Nicht nur dass die Dinger CO2 ausstoßen (das dürfte jedem noch klar sein) und dass niemand so ein angeblich Ruß-speiendes, stinkendes Ungetüm im Vorgarten möchte (was für die Kraftwärmekopplung aber notwendig ist), die Kohle ist laut ENSAD-Datenbank der Energieträger, der am meisten Menschleben pro Jahr auf dem Gewissen hat. In chinesischen Bergwerken sind alleine 2010 ca. 20.000 Bergleute gestorben (stand so zumindest in der Welt). Auf 25 Jahre gerechnet, sind die 63-90.000 Toten von Tchenobyl (63 ist die optimistische Zahl des Betreibers, der nur die direkten Todesfälle zählt, 90.000 sind die pessimistische Schätzung von Greenpeace mit allen Späterkrankten), mit den ca. 300.000 gestorbenen Bergleuten im gleichen Zeitraum doch ein deutlicher Unterschied. Doch nein, dass ist jetzt politisch unkorrekt. Ich verrechne potentielle Umweltschäden mit riskierten Menschenleben.
Aber genau darauf läuft es hinaus, wenn man die Umweltschäden, aber auch die Toten und Verwundeten einer Nuklearkatastrophe mit den Risiken eines Gezeitenkraftwerks, einer Talsperre oder eines Offshore-Windparks vergleicht. Es geht um einen Vergleich aller Aspekte – nicht nur das “Restrisiko”. Man sollte sich auch die Frage gefallen lassen, ob die Vermeidung des Risikos eines AKW-Unfalls es wert ist, dass die Kohleförderung erhöht wird und somit mehr Bergleute ihr Leben riskieren. Und vor allem sollte man nicht nur die offensichtlichen Risiken im Nahbereich einbeziehen – sondern bitte alle Schäden einbeziehen. Ja, wenn das AKW hoch geht, ist die Gegend darum defintiv geschädigt. Wenn das Kohlkraftwerk hoch geht, ist nicht so viel dauerhaft kaputt. Dafür schädigt das Kohlekraftwerk mit sehr viel höherer Wahrscheinlichkeit die Flüsse und Umwelt rund um das Bergwerk, in dem die Kohle gefördert wird. Hinzu kommen die Ewigkeitskosten. Bei der Kernenergie sind diese noch kaum abzuschätzen – es geht um die dauerhafte Lagerung von benutzter Kernelemente bzw. deren Aufarbeitung in nutzbare Dinge (ja noch so was unangenehmes, manchmal kann man nach Jahrzehnten mit Müll wieder was anfangen. So beginnt man teilweise, Plastikmüll aus Müllhalden wieder zu extrahieren, weil man endlich in der Lage ist, ihn sinnvoll zu recyclen). Bei der Kohle können die Leute im Ruhrpott sehr genau über diese Ewigkeitskosten klagen. Grundwasserspiegel sind “verrutscht”, Pumpwerke müssen Regionen wasserfrei halten etc. Und wenn wir demnächst auch noch CO2 in unterirdische Lagerstätten pressen wollen, wird es hier auch Endlagerkosten geben.
Ich fordere daher hier, bitte das Hirn wieder einzuschalten. Bitte, sorgfältig nachdenken. Nicht nur lokale Risiken sehen, sondern einmal gobal denken und nachhaltig Handeln. Nachhaltigkeit bedeutet hier für mich, dass wir den ganzen Planeten erhalten – nicht nur ausgewählte Täler im Schwarzwald. Vielleicht ist es ja sinnvoll, Atomkraftwerke in der Wüste zu bauen, wo nur wenig passiert, falls das Restrisiko mal eintritt. Vielleicht ist es auch sinnvoll, bewusst das Risiko der Umweltverschmutzung bei der Lithiumförderung einzugehen, um mit Elektromobilität den Ölverbrauch zu reduzieren. Nur bitte: Das sollte wohl durchdacht und gut kommuniziert werden. Solange wir erneuerbare Energie fordern, und keine Pumpspeicherwerke wollen, sind wir noch nicht ganz so weit.
Vielleicht sollte ich der Dame vorschlagen, sich ein 60-Tonnen-Schwungrad in den Keller als dezentralen Energiespeicher für ihre Solarzellen zuzulegen. Macht bestimmt was her, wenn da die Lager quitschen oder das Ding ne Unwucht hat und das gesamte Häusle zum Einbruch bringt. Oder ne Brennstoffzelle samt Wasserstofftank. Wasserstoff kann richtig gut explodieren, wie man an den Dächern eines gewissen Reaktors sehen kann. Vermutlich beführwortet sie dann aber ganz schnell das Pumpspeicherkraftwerk.