Bäume im Winter

flickr 13. Dezember 2009

Bäume im Winter 4/4

Es hat geschneit im Saarland – und wir sind losgezogen, einen Weihnachtsbaum zu besorgen. Ein paar Impressionen aus dem Wald bei St. Ingbert gibt’s bei Flickr. Den Weihnachtsbaum gibt’s dann später.

Scannen mit der Sun Ray

Jan 3. Dezember 2009

Okay, leicht reißerischer Titel. Es geht um das Einbinden eines normalen USB-Scanners in ein Windows in einer Virtual Box, welche über eine Sun Ray bedient wird.

Das Problem dabei: Scanner und Homeserver, auf dem die VirtualBox läuft, stehen ein paar Meter auseinander. Zu weit, für ein langes USB-Kabel. Außerdem wäre es eh schön, wenn jeder Rechner im Haus auf den Scanner zugreifen könnte. Also muss der Scanner in’s Netzwerk, und die VirtualBox muss darauf zugreifen.

Es gibt jede Menge spezialisierter USB-Netzwerk-Boxen, die das super für USB-Sticks und ähnliche Storage-Devices oder für Drucker können. Doch für Scanner trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Von meinen Kollegen bekam ich den Tipp, die Geräte der Firma Lantronix oder Silex seien empfehlenswert. Beide Firmen produzieren bestimmt  extrem zuverlässige Geräte – aber leider recht teuer. Für zu Hause ein paar Seiten pro Monat scannen ein wenig zu viel des Guten.

Durch ein paar Hinweise in Foren, man solle die Treiber von Silex auch für den Belkin Network USB Hub verwenden, bin ich auf eben jenes  Gerät von Belkin gestoßen. Das Design verleitet, einen MacMini darauf zu stellen (sollte man nicht tun, die Box ist hitzeempfindlich), und dank der glänzenden Oberfläche sieht man jedes Staubkorn und jeden Fingerabdruck. Aber ich habe das Teil preiswerter bekommen als jedes Silex- oder Lantronix-Gerät.

Wichtig war,  die virtuelle Maschine auf bridged-network umzustellen: Die Verbindung zwischen dem Windows in der Virtual Box und Network USB Hub überlebt kein NAT.

Der Rest war trivial: Treiber für die Box installieren (den von Belkin oder den von Silex, beide funktionieren tadelos), Scanner verbinden, Treiber für den Scanner installieren, fertig. Die Geschwindigkeit des Plustek PL 806 ist gefühlt unverändert, trotz des Transports von USB2.0 über Ethernet mit 100 MBit/s, und alle Funktionen (auch die Tasten am Scanner) funktionieren einwandfrei.

Eine Sache nervt aber an dem Network USB Hub: Er ist zu leicht: lange Kabel schaffen es problemlos, die Box vom Schreibtisch zu ziehen. Aber das ist ein Problem, das man mit Klebeband lösen kann…

Kyocera Laserdrucker im Netzwerk unter Open Solaris einbinden

Jan 1. Dezember 2009

Zu Hause steht bei uns ein Kyocera FS-1900 in der Ecke und druckt per Netzwerk von jedem Rechner aus. Von jedem Rechner aus? Nein, von meinem Dienstnotebook war es bislang nicht notwendig. Nach recht langer Zeit bei Sun war es nun aber das erste Mal notwendig, etwas zu Hause auszudrucken.

Zur Verwaltung der Drucker hat Open Solaris ein schickes Tool, den Print Manager (Teil vom Projekt presto, das auch noch eine automatische Druckererkennung hat). Dort also einen Drucker hinzufügen, eine LDP-Warteschlange einrichten (IP-Adresse, Warteschlangenname = Name des virtuellen Druckers auf dem Drucker, den man in der Web-Administrationsschnittstelle sieht, in meinem Fall lp1). Serienmäßig bringt Open Solaris die foomatic-PPDs mit, und da ist eine PPD für den Kyocera FS-1900 dabei. Leider ist diese PPD nicht sehr vollständig, Details zu einigen Erweiterungen fehlten leider. Aber es  gibt von Kyocera eigene PPDs, zumindest für Linux. Diese funktionieren – nach ein wenig Basteln – auch für Open Solaris.

Der Zeilenumbruch in den Kyocera-PPDs ist nicht der gleiche wie in Unix: Im vi wird er als ^M angezeigt. Ein stupides %s/^M//g bringt leider nichts, das ^M ist ein Steuerzeichen. Wie war das nochmal gleich mit dem Escapen von Sonderzeichen im vi?

Die Lösung ist folgende: Zu tippen ist: %s/Control-v Control-m//g (ohne das Leerzeichen zwischen Control-v und Control-m). Dann verschwinden die ^M, und mit dem Befehl

pfexec ppdadm -a [Pfad zur PPD]

kann man die Kyocera-PPD einbinden, und dann im Printer-Manager auswählen.

Noch ein paar Anmerkungen:

  • Das Drucken über Socket oder IPP führte  trotz diverser Versuche mit foomatic und Kyocera-PPDs nicht zum Erfolg, nur LPD funktionierte.
  • Lokal habe ich den Drucker nicht angeschlossen. Daher kann ich auch nichts dazu sagen, wie man ihn am besten lokal anbindet.

links for 2009-10-29

New Homeserver (Second Try)

Jan 28. Oktober 2009

Well, the first article in english raised my hitrate by factor 5, and more comments and emails from my readers reached me. So here’s the second one. German translation available on request.

Already mentioned in my article about the Sun Ray Server on Open Solaris, I’m building a new homeserver. BTW, this will free an Intel Atom 330 board that was planed to power “Blackböxchen 2″ (The two dots above the “o” are mandatory and will not be removed in the english translation. It’s german and means “little blackbox 2″). The Atom is a very good platform to do fileserver services, DNS, MySQL and other services for my home network. But starting with desktop virtualisation and Sun Ray server, I led this little chip to its limits.

Of course, the requirements for the homeserver are now a bit more challanging than only “do the fileserver”:

  • Sun Ray Server for 2-3 Sun Rays
  • Virtualisation Server for several containers running webservers and other test environments
  • Virtualisation Server for several virtual boxes running Desktop OSes delivered to the Sun Rays
  • Fileserver (well, of course)

Open Solaris with ZFS for data protection, and ECC for even more data protection (to cite my colleague Constantin Gonzales: “I want the data protected before the ZFS checksum is calculated”).

Quite fast was the decision to take a AMD processor. Since Opteron and the Athlon/Phenom series share quite a lot of core design, all Athlon/Phenom memory controllers are ECC capable. First I was considering an AMD Phenom II X4 architecture, but these processors are still quite expensive and even the energy efficient variants are consuming up to 65 Watts. And – 4 cores are not necessarly needed for my environment. So I had a look at the (older) Athlon X2 4850e, an 2.5 GHz dual core processor. On the first view, this processor has sufficient power for my purposes, and there are quite a few more AMD Athlon  AM2+ processors in their pipeline, if more power is needed. On the second view, AMD announced the Athlon II X2 240e a few days ago, so there will be a CPU update soon.

The second important part to use ECC memory is the mainboard. Most boards are not capable because of BIOS restrictions of the manufactrures.  As said the memory controller in the CPU itself is capable! So the search for an ECC capable board became the most challenging part of the hole projects: Thanks to highly educated translators often the ECC capability of a mainboard disappears somewhere between the original version and the English or german translation of the spec-sheet. Unfortunately, I can’t speak chinese, so I had to look for those boards whose spec-sheets had at least survived the translation into English. One of these boards was the Asus M3A78-CM. On top, this board uses the long term supportet AMD 780V chipset and has more than enough SATA and USB ports.

The board is nothing spectacular, it’s quite particular in terms of memory compatibility, and not all of it’s USB ports are willing to boot – and they don’t like every USB stick. But after a firmware upgrade I was able to use the USB port direct under the ethernet port to boot.

(Well, up to this point my home server looks quite similar to Constantins server.)

To house my servers (I’ve got more than one!), I have a small selfmade sound-damping 19” rack. So the new server also needed a 19” case. I decided to take a 3HE case, having enough space for a silent CPU cooler and 4 hard disk frames:

  • The case is a Genesys Rack E301B+E with a build in thermometer – it’s nice to see the temperature in the case .
  • The CPU cooler is a Scythe Shruiken – a only 64mm high cooler with a 120mm fan. It’s rotating very slow and you can’t hear it.
  • The disk frames are ICY BOX IB 168-SK-B, I like this trayless frames to replace disks without tools.

Now, the new server is online since last weekend. It’s providing everything we need, and the VM for the Sun Ray is now fast enough.

Sun in der Werbung

Jan 17. Oktober 2009

Seitdem Oracle das Schalten von Werbeanzeigen für Sun übernommen hat, sind die Botschaften sehr viel einfacher. Sun & Oracle sind besser als IBM.

Los ging es mit dieser Anzeige im Wall-Street-Journal:

sunoraclefaster

Zu der Anzeige gibt’s eine schöne Geschichte – erzählt von Larry Ellison während einer Keynote der Oracle Open World:

We were quite certain the combination of Oracle technology and Sun’s latest servers and storage and Flash and all that, cool new stuff, was way better than what IBM had, but we just hadn’t yet run the benchmark to prove it. But I knew, I just thought about it and said I know we’re better. I talked to John, I said John, I think we’re better. In fact, I’m certain we’re better and John said, probably. So, I said, great I’m running the ad.

Dann gleich weiter. Die nächste Botschaft war eindeutig: Das Sun Produkt-Portfolio bleibt erhalten und wird weiterentwickelt:

Jedem dürfte klar sein, dass dies eine wichtige Nachricht für Kunden ist. Jedem dürfte auch klar sein, dass die Entwicklung unter Umständen mehr in Richtung “Entwicklung von Appliances” gehen dürfte. Doch dies ist ja letztlich auch das strategische Ziel: Statt Software und Hardware getrennt zu kaufen, kann man alternativ beides gemeinsam kaufen. Dabei erwirbt man  eine sauber aufeinander abgestimmte Kombination. Die Komplexität der Architetkur einer Lösung wird somit einfacher. (Kennen wir vom Kauf eines Sateliten-Receivers:  Man könnte ihn sich aus diversnen Teilen selbst zusammenbasteln. Dann hätte er genau den Leistungsumfang, den man möchte und könnte alles selbst bestimmen. Diese Komplexität möchte man vermeiden. Statt dessen kauft man ein fertiges Gerät.)

Die nächste Werbung schlug gleich in die Kerbe “Appliance”: Exadata V2 ist zwar ein Oracle-Produkt (es ist wirklich nicht auf Sun’s Preisliste zu finden, bitte bei Oracle nachfragen, dort steht es drauf!!!), doch ist die Hardware von Sun. Zentrale Bausteine sind die Flash-Fire-Karten, welche für den Großteil des Leistungsschubes verantwortlich sein werden. An der Exadata V2 sieht man aber eindeutig die Vorteile von Appliances: Die Komponenten sind sauber aufeinander abgestimmt: keine übertriebene Prozessorpower (”nur” 2,53GHz Nehalems) , RAM,  Flash und Platten im richtigen Proporz, einheitliches OS, schneller Interconnect, und Datenbanksoftware, die die Komponenten auch nutzen kann. Hätte man sich selbst mit der Architektur dieser Lösung beschäftigt, hätte der Einkauf einem ein Baukasten-x86-System vorgegeben und  spätestens beim Wort “Infiniband” wäre die Netzwerkabteilung ausgerastet. Weniger Performance, mehr Kosten. So ist alles in einer Kiste, und bei Problemen ist statt vielen Abteilungen nur noch der Oracle-Support involviert.

IBM konterte und versuchte, den Planeten weiter smarter zu machen. Beeindruckend finde ich, dass sie dafür effizienter Öl fördern wollen (okay, hat auch Larry Ellison in seiner Keynote gemacht). Wie wäre es mit einer effizienteren Verbrennung? Naja, was erwartet man von einem Unternehmen, dessen CEO zugleich im Aufsichtsrat von Exxon Mobile sitzt

So oder so, IBM konterte mit einer eigenen – aber nicht so leistungsfähigen – Appliance. Darauf antwortete Oracle mit einer Wette:

Bin mal gespannt, ob irgendwer die Wette annimmt. Die Bedingungen sind hart, aber nicht unmöglich. Die letzte Anzeige wiederholt die erste:

Diesmal mit Benchmark. Diesmal ohne Strafe. Diesmal mit ein bischen mehr Häme gegenüber IBM.

Womit doch klar sein dürfte, gegen wen die Angriffe laufen. Es gibt ein einziges Ziel. Das ist groß, blau und will den Planeten smarter machen. Sun und Oracle bauen smartere Computer.  Ich liebe diesen Teil der Werbung.

Wer Suns Version von Werbung gewohnt ist – also Produktmerkmale, Technologie und noch mehr Technik – wird enttäuscht sein. Dennoch: Mit dieser einfachen Werbung kommt und bleibt man im Gespräch. Und das ist etwas, was Sun gefehlt hat. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

ICC: Datentransfer als Engpass

Jan 16. Oktober 2009

Ein weiterer Angriffspunkt für Cloud-Bedenkenträger ist der Datentransfer. Der Transfer großer Datenmengen kann in der Tat ein unangenehmer Engpass sein. Wer das mal ausprobieren möchte, kann ja mal seine Ethernetverbindung auf 10MBit drosseln und dann 10GB Daten verschieben. Auf einmal entwickelt man unglaubliches Verständnis für die Entwickler von Kompressionsalgorithmen, und für die von 10GBIT Ethernet.
Doch der Datentransfer kann sich in mehreren Dimensionen zum Engpass entwickeln: Neben dem offensichtlichen zeitlichen Engpass, mehrere 100 Gigabyte über eine DSL-Leitung in die Cloud zu verschieben, gibt es da noch monetäre Restriktionen, die den Datentransfer verhältnismäßig teuer machen.

Eine kurze Übersicht über die Einflussfaktoren:

  • Grundpreis pro übertragenes Bit: Volumen kostet, üblicherweise wird pro Bit (oder ganzzahlige Vielfache davon) ein gewisses Entgeld fällig.
  • Grundpreis pro gespeichertes Bit: Pro abgelegtes Bit (teileweise auch pro Bit und Speicherdauer) wird ein weiteres Entgeld fällig.
  • Put/Get-Befehle werden separat berechnet: Amazon beispielsweise möchte nicht nur pro bewegtem Bit bezahlt werden, es gibt auch eine Art Pauschale pro abgestztem Put oder Get. Nun stelle man sich vor, wie der Kostenzähler rotiert, wenn man viele kleine Dateien schreibt, und aus irgendwelchen Gründen jede Datei mit einem einzelnen Put geschrieben wird. Teilweise wird auch ein Entgeld fällig, wenn aus der Cloud auf die Daten zugegriffen wird.
  • Backup on demand: Manche Cloudanbieter für Storage fangen an, Backupdienste anzubieten – natürlich gegen gesonderte Berechnung.

Was soll man also tun? Es kommt auf die Preisgestaltung an: Daten, die ständig im Zugriff sind, die sehr groß sind oder die sich ständig verändern, sind denkbar schlecht in der Cloud aufgehoben. Selten veränderliche Daten, die nur kurz aufbewahrt werden müssen und auf die nur selten zugegriffen werden, bieten sich für die Cloud an.

Im Blog von Ralf Zenses gibt’s eine schöne Darstellung des Zusammenhangs – willkommen im Pareto-Space!

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