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Tag der (nicht) defekten Drucker

Ich kann den Satz nicht mehr hören: „Mein Drucker ist kaputt, können Sie bitte schnell mal danach sehen?“

Erstens bin ich nicht in der Lage, „schnell“ zu sehen. Der Vorgang ist nicht in seiner Geschwindigkeit zu beeinflussen: Die Photonen sind konstant schnell, meine Nervenleitungen haben zwar vermutlich eine Streuung in ihrer Geschwindigkeit, aber dies unterliegt nicht meiner willentlichen Kontrolle.

Doch neben dieser semantischen Ungenauigkeit liebe ich es, zu Druckern gerufen zu werden, die nicht defekt sind:

Der erste Drucker des Tages hatte angeblich ein Problem mit grau hinterlegten Grafiken. In Wahrheit hatte der Druckerserver (alte Windows-2000-Gurke) zu wenig Speicher für diese hochauflösende Meisterwerk der Visualisierung. Direkt gedruckt lief es einmalig.

Der zweite Drucker wollte nicht hochfahren und akzeptierte keine Druckaufträge. Dieses schwarze Kabel mit den drei Anschlüssen steckte nicht im Gerät, und niemand hatte es gesehen.

Der dritte Drucker hatte permanent Papierstaus, obwohl kein Papier mehr drin war. Ja, was da einen Stau verursachte, war ja auch eine Folie. Diese hatte sich ganz normal verklemmt, war nicht mal geschmolzen und hatte irgendwas beschädigt.

Der vierte Drucker war auch vollkommen  in Ordnung. Defekt war hier eine Worddatei, die eine unendlich große Anzahl von Verknüpfungen mit anderen Dateien hatte. Daher weigerte sich Word, mit dieser Datei auch nur irgendwas sinnvolles zu machen.

Der fünfte und letzte Drucker war dann endlich richtig defekt – naja fast. Eigentlich war nur das Netzwerkkabel defekt. Man sollte halt nicht mit dem Schreibtischstuhl mehrfach täglich darüber fahren…


Die Maus quietscht…

Totale Verzweiflung einer Sekretärin, IT-Problem der höchsten Priorität, wegen dessen man den Leiter der IT morgens um 10:00 Uhr anruft: Die Maus quietscht.
Ein weiterer Einsatz für die LART-Peitsche. Könnten Blicke töten, hätte gestern der Leichenwagen kommen müssen. Könnten Blicke zerstückeln, hätte eine große Tüte gereicht. Ich wurde zu einem absoluten IT-Notfall gerufen.

Gegen 10 Uhr ruft mich eine verzeweifelte Mitarbeiterin an: Die Maus ist defekt und sie kann daher nicht arbeiten. Hiwis waren keine da, daher bin ich selbst ausgerückt.

Ich nahm mir also eine Maus aus der Kiste „Mäuse, alt, noch brauchbar“ und ging zu der verzweifelten Dame. Dort angekommen, präzisierte sie das Problem: Die Maus gebe bei Bewegungen sehr laute Quietschgeräusche von sich, welche sie nervlich nicht aushalten könne, sodass sie dringend eine neue Maus benötige.

Ich schaute mir die Maus genau an: Logitech Pilot mit einem Aufdruck „Fujitsu Siemens“ – die muss bei ihrem Rechner dabeigewesen sein, und den hat sie vor vier Wochen bekommen. Eigentlich ein Standartmodell, wie es millionenfach im Einsatz ist. Ich bewegte die Maus; keine Geräusche. Daher bat ich um eine Vorführung: Die Dame drückte daraufhin die Maus derartig stark zusammen, dass es sehr leise, krächzende Geräusche vom Gehäuse gab. Wäre der Drucker angeschaltet gewesen, hätte ich nichts gehört.

Ich versuchte, das Geräusch beim Benutzen der Maus zu reproduzieren. Wenn die Dame echt so stark drückt, und zwar ständig, dass die Maus dabei solche Geräusche von sich gibt, sollte die Damen Unterarme wie Arni haben.

Wie kommt man also auf die Idee, nur weil man gerne eine andere Maus möchte, solch einen Schwachsinn zu machen? Und wieso macht man deswegen so einen Aufstand? Ein Auftrag mit absolut höchster Priorität, nur weil man eine neue Maus will?

Ach ja:Um die Vermutung, das Quitschen sei jenseits meiner Hörschwelle, auszuschließen, habe ich das Teil einem guten Freund aus dem Schall-Labor gegeben. Nichts. Das Gehäusekrächzen hatte übrings 23dB(A), gemessen aus 10cm Abstand.
In Zukunft schicke ich nur noch eine Anleitung: Windows ohne Maus bedienen für Anfänger!