IT-Security & Sunny Cases

Archive for Dezember, 2007

Aus gegebenem Anlass

Liebe Vorgesetzte, Kollegen und Mitarbeiter, die sich bestimmt angesprochen fühlen,

es tut mir aufrichtig leid, Sie in diesem offenen Brief noch so kurz vor Jahresende auf unangenehme Dinge hinweisen zu müssen. Doch leider sehe ich mich aufgrund der letzten Stunden dazu genötigt.

Wenn Sie schon Webapplikationen installieren, würde ich mich freuen, wenn Sie diese auch regelmäßig warten. Zur Wartung gehört auch, hin und wieder mal ein Update zu machen – insbesondere wenn die Hersteller oder Communities der Webapplikationen schon vor einigen Jahren Hinweise auf Sicherheitslücken gegeben haben. Ebenfalls ist es sinnvoll, Anwendungen, die nicht mehr benötigt werden, auch wieder zu löschen. Sonst wundert man sich irgendwann, was da noch alles rumliegt und Ärger macht.

Es ist mir klar, dass einige mit solchen Aufgaben überfordert sind. In diesem Fall ist es sinnvoll, solche Sachen nicht selbst zu machen, sondern jemanden damit zu beauftragen. Managed Services sind keine Dämonen, sondern durchaus sinnvoll.

Mit freundlichen Grüßen

Jan Brosowski


Tag der (nicht) defekten Drucker

Ich kann den Satz nicht mehr hören: “Mein Drucker ist kaputt, können Sie bitte schnell mal danach sehen?”

Erstens bin ich nicht in der Lage, “schnell” zu sehen. Der Vorgang ist nicht in seiner Geschwindigkeit zu beeinflussen: Die Photonen sind konstant schnell, meine Nervenleitungen haben zwar vermutlich eine Streuung in ihrer Geschwindigkeit, aber dies unterliegt nicht meiner willentlichen Kontrolle.

Doch neben dieser semantischen Ungenauigkeit liebe ich es, zu Druckern gerufen zu werden, die nicht defekt sind:

Der erste Drucker des Tages hatte angeblich ein Problem mit grau hinterlegten Grafiken. In Wahrheit hatte der Druckerserver (alte Windows-2000-Gurke) zu wenig Speicher für diese hochauflösende Meisterwerk der Visualisierung. Direkt gedruckt lief es einmalig.

Der zweite Drucker wollte nicht hochfahren und akzeptierte keine Druckaufträge. Dieses schwarze Kabel mit den drei Anschlüssen steckte nicht im Gerät, und niemand hatte es gesehen.

Der dritte Drucker hatte permanent Papierstaus, obwohl kein Papier mehr drin war. Ja, was da einen Stau verursachte, war ja auch eine Folie. Diese hatte sich ganz normal verklemmt, war nicht mal geschmolzen und hatte irgendwas beschädigt.

Der vierte Drucker war auch vollkommen  in Ordnung. Defekt war hier eine Worddatei, die eine unendlich große Anzahl von Verknüpfungen mit anderen Dateien hatte. Daher weigerte sich Word, mit dieser Datei auch nur irgendwas sinnvolles zu machen.

Der fünfte und letzte Drucker war dann endlich richtig defekt – naja fast. Eigentlich war nur das Netzwerkkabel defekt. Man sollte halt nicht mit dem Schreibtischstuhl mehrfach täglich darüber fahren…


Weihnachtskarten

Heute saß mein “alter” Chef hinter einem hoffnungslos mit Weihnachtskarten überfüllten Schreibtisch, um Menschen, die ihm wichtig sind, jeweils eine Weihnachtskarte zu schreiben. Gut – er hat wirklich einige hundert Leute, die ihm wichtig sind. Trotzdem hat er sich die Zeit genommen, um praktisch jedem ein paar persönliche Zeilen mit blauer Tinte auf die Karte zu schreiben.

Ich finde es toll, dass er sich diese Zeit nimmt. Er war wirklich den ganzen Tag lang beschäftigt, und man merkte, dass er die Arbeit gerne macht. Und selbst wenn sich jetzt nur ein Bruchteil der mit Weihnachtskarten bedachten Freunden sich kurz über diese Karte freut, so macht’s alleine die große Anzahl, dass das einige Stunden an Freude sein werden.

Daran sollte sich der Spammer, der heute um 12:20 Uhr 65536 Mails an unseren Server geschickt hat, mal ein Vorbild nehmen: Jede Weihnachtskarte ist handsigniert und hat etwa 1-2 Minuten Arbeit gemacht – mit Eintüten in den Umschlag und beschriften noch ein paar Sekunden mehr. Aber im Gegensatz zu den Mails vom Spammer werden vermutlich alle Karten von meinem alten Chef auch von Ihren Empfängern gelesen – und einige freuen sich sogar darüber

Du aber, lieber Spammer, kannst Dir nur eines sicher sein: Spam_auto hat sich über die vielen Mails gefreut. Und dort werden sie jetzt vermutlich alle ein paar Tage liegen, ehe sie gelöscht werden.


Indiana Jones und die E450 des Todes

So oder so ähnlich muss der Titel des Films gewesen sein. Bin mir nur nicht mehr sicher.


Armer Student

In der Mensa – das Studierendenwerk hatte die Preise zu Beginn des Monats erhöht. Ob der Protestierende unter dem Einfluss des Mensaessens stand, ist nicht bekannt.

Armer Student


Samba 3.0.27a und Solaris 10 auf Sparc

Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die einem den Tag vermiesen können. Diesmal war es Samba 3.0.27a, selbstkompiliert auf Sparc, und zwar sowohl mit Studio 11 als auch gcc.

Der Befehl smbpasswd hat nicht sonderlich Interesse daran, Passworte, die länger als 8 Zeichen sind, sauber zu encodieren. Er schneidet statt dessen einfach nach dem 8. Zeichen ab. Gut, NTLM verschlüsselt in Paketen zu jeweils 8 Zeichen, aber es nimmt auch mehrere davon. Und bis Samba 3.0.24 scheint das ja auch noch funktioniert zu haben.

Im Samba-Bugzilla taucht der Fehler auch auf, und zwar mehrfach: Bei Version 3.0.25 mit identischem Verhalten. Die Fehler wurden als Duplikate gekennzeichnet, und es wurde auf einen anderen Fehler verwiesen.  Mal gespannt, ob der Fehler wirklich ausschlaggeben war…


Google mag Blogs

Mal wieder ein interessantes Beispiel: Wenn man jetzt (20:35) den String “Ehre den Systemadministrator” bei Google suchen lässt, erhält man als Hits nur Blog-Einträge:

Auf Position 1 www.c0t0d0s0.org, blog.brosowski.info auf Position 2 und fieser-admin.de auf Position 3. Mal schauen, wie sich das weiterentwickelt…

google_ehre


Ehre den Systemadministrator

Heute, seit etwa 17:15, fühlen sich alle Systemadministratoren geehrt!

Schön, dass die Systemhelden-Community mal derart laut beworben wird. Ich hoffe, da gibt es bald mehr als die aktuellen 422 Helden – schließlich gibt es sehr viel mehr Admins!

In der Hoffnung, dass viele Admins nun diese Ehre zu Teil wird! Liebe User, einmal tadeln kostet 364 mal loben:

“Kaum jemand schätzt meine Arbeit. Lob bekomme ich nur selten – dafür aber richtig Stress, wenn’s mal nicht läuft. Objektiv gesehen bin ich für 363 Tage im Jahr gar nicht existent. “


Krawattenknoten für Fortgeschrittene

Das hier macht Freude! Endlich ein Weg, den Windsor-Knoten in wenigen Sekunden zu binden.


Fastest Way To Tie A Tie – A New Genus Record – video powered by Metacafe

Gefunden bei Gaudidiecher und instructables.


Weihnachtsbeleuchtung

Autor unbekannt, zuletzt im Jahr 2006 im Radio (SR1) gehört…
Sonntag, 1. Advent
10:00 Uhr
In der Reihenhaussiedlung Önkelstieg läßt die Rentnerin Erna B. durch ihren Enkel drei Elektrokerzen auf der Fensterbank ihres Wohnzimmers installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus, die Freude ist groß.
10:14 Uhr
Beim Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Ottfried P. die provokante Weihnachtoffensive im Nachbarhaus und kontert umgehend mit der Aufstellung des 10-armigen dänischen Kerzensets zu je 15 Watt im Küchenfenster. Stunden später erstrahlt die gesamte Siedlung Önkelstieg im besinnlichen Glanz von 134 elektrischen Fensterdekorationen.
19:03 Uhr
Im 14 km entfernten Kohlekraftwerk Sottrop-Höcklage registriert der wachhabende Ingenieur irrtümlich den Defekt der Strommeßgeräte für den Bereich Stenkelfeld-Nord, ist aber zunächst noch arglos.
20:17 Uhr
Den Eheleuten Horst und Heidi I. gelingt der Anschluß einer Kettenschaltung von 96 Halogenfilmleuchten durch sämtliche Bäume ihres Obstgartens an das Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit dem Nestbau.
20:56 Uhr
Der Diskothekenbesitzer Alfons K. sieht sich genötigt, seinerseits seinen Teil zur vorweihnachtlichen Stimmung beizutragen und montiert auf dem Flachdach seines Bungalows das Laserensemble Metropolis, das zu den leistungsstärksten Europas zählt. Die 40 m hohe Fassade eines angrenzenden Getreidesilos hält dem Dauerfeuer der Nikolausprojektion mehrere Minuten stand, bevor sie mit einem häßlichen Geräusch zerbröckelt.
21:30 Uhr
Im Trubel einer Weihnachtsfeier im Kohlekraftwerk Sottrop-Höcklage verhallt das Alarmsignal aus Generatorhalle 5.
21:50 Uhr
Der 85-jaehrige Kriegsveteran August R. zaubert mit 190 Flakscheinwerfern des Typs Varta Volkssturm den Stern von Bethlehem an die tiefhängende Wolkendecke.
22:12 Uhr
Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute mit leichtem Gepäck und sommerlicher Bekleidung irrt verängstigt durch die Siedlung Önkelstieg. Zuvor war eine Boeing 747 der Singapur Airlines mit dem Ziel Sidney versehentlich in der mit 3000 bunten Neonröhren gepflasterten Garagenauffahrt der Bäckerei Brörmeier gelandet.
22:37 Uhr
Die NASA-Raumsonde Voyager 7 funkt vom Rande des Sonnensystems Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel. Die Experten in Houston sind ratlos.
22:50 Uhr
Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kohlekraftwerks Sottrop- Höcklage. Der gesamte Komplex mit seinen 30 Turbinen läuft mit 350 Megawatt brüllend jenseits der Belastungsgrenze.
23:06 Uhr
In der taghell erleuchteten Siedlung Önkelstieg erwacht die Studentin Bettina U. und freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezembermorgen. Um genau 23:12 Uhr betätigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine.
23:12 und 14 Sekunden
In die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises Stenkelfeld bricht die Explosion des Kohlekraftwerks Sottrop-Höcklage wie Donnerhall. Durch die stockfinsteren Ortschaften irren verstörte Menschen.