Äpfel und Birnen, nächste Runde
Der SAP-SD-Benchmark ist schon herrlich. Hat was von Boxkämpfen. Letzte Woche gab es einen Kampf im Schwergewicht der x86-Klasse.
- In der sonnigen Ecke: Sun Fire X4600M2, 8 Prozessoren, 32 Cores, 32 Threads, Quad-Core AMD Opteron 8360 SE, 2.5 GHz, 128 GB RAM
- In der staubigen Hinterhofgarage aka Invent-Garage: HP ProLiant DL785, auch 8 Prozessoren mit 32 Cores, 32 Threads, Quad-Core AMD Opteron 8360 SE, 128 GB RAM
(Gut, ich hätte auch schreiben können: Identisch ausgestattete 8-Core Opteron-Maschinen von HP und Sun.)
Die Kontrahenden legen beide los und messen sich im Abfertigen von SD-Usern. Die X4600M2 erreicht schwitzend 5.800 SD-User (entspricht 29. 670 SAPS, siehe Zertifikat 2008061). Der räumlich größere ProLiant macht schon bei 5.230 SD-Usern schlapp (das sind 26.180 SAPS siehe Zertifikat 2008026). Sieg nach Punkten eindeutig für Sun. Die X4600M2 ist die schnellste 8-Sockel-x86-Maschine.
Der ProLiant hat zwar das gleiche Kampfgewicht, doch kämpft er mit anderen Bandagen. Während Die X4600M2 multikultikompatibel mit einem Unicode-Benchmark antritt, beschränkt sich der HP auf non-unicode. Liebe HP, verwendet doch auch mal Unicode. Klar, das kostet rund 15% der Punktzahl, dafür ist es dann aber eher vergleichbar.
Ebenfalls nicht Identisch: Die Betriebssysteme und die Datenbanken. Solaris vs. Windows, MaxDB vs. MS-SQL. Womit wir bei der nächsten Frage wären: Wie hoch ist der Einfluss des Betriebssystems und der Datenbank auf den Benchmark? Von der SAP gibt es dazu leider nichts eindeutiges, und ich habe auch keinen Benchmark der gleichen Maschine mit Windows und Unix auf die Schnelle gefunden. Persönlich würde ich den Einfluss von OS und DB nicht unterbewerten wollen. Dennoch kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, ob es jetzt an HP oder an Microsoft liegt, dass die HP-Maschine zwischen 10% und 25% langsamer ist als die von Sun.
Naja, mal wieder Äpfel und Birnen im direkten Vergleich.
RTFB: Die Kunst des Einbruchs
Kevin Mitnick und William Simon gehen in die zweite Runde, diesmal ein wenig techniklastiger als Teil 1 (Die Kunst der Täuschung).
Die Schilderungen von Mitnick sind nicht allzu aktuell, sie sind sogar eher leicht veraltet. Die Software, die er vorstellt, ist zwar nach wie vor erhältlich, doch die Exploits sind geschlossen, die Schwachstellen wohl bekannt und die Angriffsmethoden gehören mehr in die Einführung in IT-Sicherheit und IT-Forensik als das sie state-of-the-art wären.
Doch das tut dem Buch keinen Abbruch – genau das macht das Buch sogar lesenswert. Gerade die Bekanntheit der Schwachstellen und Exploits macht das Buch allgemein verständlich, und der schon in der Kunst der Täuschung genutzte erzählende Sprachstil fesselt den Leser ungemein. Man möchte wissen, wie es weitergeht, man fiebert mit, wenn Pakete gesnifft, wenn WLAN-Zugänge verschleiert oder John the Ripper sich über ein Passwort hermacht.
Mitnick und Simon schaffen es auch in diesem Teil, IT-Sicherheit unterhaltsam und lehrreich zu vermitteln. Daher ein klares RTFB.
Momentan gibt’s das Buch als Taschenbuch zum reduzierten Tarif, der Hardcover sieht aber auch gut im Regal aus.