Thoughts. Ideas. Photography.

Just another funny benchmark…

Benchmarks sind was feines, insbesondere wenn man damit angeben kann. Ein richtig cooler Benchmark ist der TPC-C, mit dem man OLTP-Lasten simuliert und benchmarken kann. Der Benchmark ist so cool, dass IBM ihn selbst nicht mag und ihn gerne duch dessen Nachfolger ersetzen möchte: ftp://ftp.software.ibm.com/eserver/benchmarks/wp_TPC-E_Benchmark_022307.pdf . Dennoch nutzt IBM diesen Benchmark gerne, um die Leistungsfähigkeit ihrer Maschinen zu unterstreichen.

Gut, der Benchmark hat seine Schwächen. Er erlaubt Modifikationen an den verwendeten Datenbanken, die sich niemand für ein reales System erlauben würde. Er erlaubt auch Hardwarekombinationen, die sich kein Mensch leisten würde. Ein richtig krasses Beispiel hat IBM sich jetzt erlaubt – eine Konfiguration jenseits jedlicher Realität:

Der in 6 Monaten sogar erhältliche IBM Power 595 Server Model 9119-FHA hat das beeindruckende Resultat von 6.085.166 Transaktionen erreicht (Power 6 Prozessor mit 5 GHz. Liegt da ein Abo für Klimaanlagen-Upgrades bei?) .

Was aber klar sein sollte: TPC-C korreliert extrem mit der Anzahl der angeschlossenen Festlatten. Und davon hat IBM immerhin „nur“ 10.192 angeschlossen. Man stelle sich das mal bildlich vor: Angenommen IBM bekommt 48 Platten auf 4 Höheneinheiten unter, so braucht man 852 Rackunits, um die Platten unterzubringen. Das entspricht etwa 22 Racks mit 42 RU.

IBM bekommt aber 48 Platten nicht auf 4 Rackunits unter. IBM benötigt dafür 68 DS4800 (4RU) und 784 DS4000 EXP810 (3RU) . Das sind in Summe 2624 RU oder 63(!) Racks. Die Stellfläche hat nicht jedes Rechenzentrum zu Verfügung.

Alles vollgepackt mit surrenden Festplatten und in der Mitte ein großer Kubus mir Power-Prozessoren – bei einem gebündelten Abluftstrom würde ein durchnässter Admin (3 Liter Wasser in der Kleidung bei einer Körperoberfläche von 2m²) binnen 6 Sekunden getrocknet werden – allerdings müsste man ihn mit Seilen gegen Wegfliegen sichern. Klingt sehr nach einer Konfiguration aus dem wirklichen Leben.

IBM hat ja schon Erfahrung in der Kraft-Wärme-Kopplung. Vielleicht sollten sie mit ihrem Benchmarkcenter eine Großstadt mit Fernwärme versorgen.

3 Responses

  1. Habe ich gestern schon auf c0t0d0s0 gelesen, sehr amüsantes Arrangement.
    Jörg hat ja ehr die Seite der Prozessor-Power beleuchtet, deine Rechnung mit den 63 Racks ist aber auch klasse 🙂

    13. Juni 2008 at 23:52

  2. zu kraftwärme kopplung bei IBM/CH: 2.800 MwH wärmeleistung???
    das entspricht der leistung eines grossen blockheizkraftwerks. klingt fast so, als seien die „blauen“ auch noch stolz auf soviel abwärme…

    tststs
    christian

    15. Juni 2008 at 23:00

  3. Jan

    Ja, 2800 MWh sind eine gewaltige Wärmeabgabe in einem Jahr. Bei 24/7 kommen ja 8760 Stunden pro Jahr zusammen, also haben die Rechner dort eine Wattage von ca. 400kW.
    Die Idee als solche finde ich sogar gut, man sollte Wärme ruhig nutzen, die man erzeugt, anstatt sie mit Klimaanlagen in die Umwelt zu pusten. Nur sollte man von Anfang an vermeiden, überhaupt soviel Abwärme zu erzeugen. Ideal wäre wohl der Ansatz, dass man mit der Abwärme aus dem RZ einfach die zugehörige Firma und umliegende Wohnungen beheizt. Vielleich kombiniert man das ganze noch mit einem geothermischen Speicher und einer guten Fasadenisolierung. Dann kannst Du auf Heizung verzichten, und zwar ganzjährig.

    16. Juni 2008 at 13:03

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.